Samstag, 23. März 2013

My monthly Mixtape: März



Eigentlich ist es ja erneut müßig, Abbitte ob des sehr unregelmäßigen Beitragens zu leisten, doch muss ich noch mal den Kniefall wagen. Ob ich die Regelmäßigkeit des vorvergangenen Jahres wieder erreiche, sei dahingestellt, doch zumindest soll das Märzmixtape für frischen Wind sorgen (auch wenn wir bereits den 23. zählen). 
Und dieses Mixtape hat es sogar in sich, träumt man sich doch mit ihm in ferne Länder, geht auf große Fahrt, fröstelt voll von entzückender Schwelgerei oder wandelt auf Spuren längst vergangener Epochen. Wer hören will, sollte dieses Mal auch fühlen:

01. Mount Rushmore Safari - John Wayne
02. Rick Redbeard - Clocks
03. Son Volt - Hearts and Minds
04. Phosphorescent - Sun, Arise! (An Invocation, an Introduction)
05. Moddi - House By The Sea
06. Lonesome Wyatt and the Holy Spooks - Terror On the Ghost Ship
07. Josh Ritter - Hopeful
08. Billy Bragg - There Will Be a Reckoning
09. Anaïs Mitchell & Jefferson Hamer - Geordie
10. Woodkid - Run Boy Run
11. Shout Out Louds - Blue Ice
12. John Grant - Vietnam
13. Nick Cave And The Bad Seeds - Water's Edge
14. Crime and the City Solution - American Twilight
15. King Gizzard & the Lizard Wizard - Evil Man
16. Herrenmagazin - Frösche
17. Bosse - Alter Affe Angst
18. Banque Allemande - Schwarz Vor Schwarzer Wand

Ohren auf:



Donnerstag, 7. Februar 2013

Where Did Nora Go



Skandinavien verpflichtet.

Astrid Nora ist Where Did Nora Go. Where Did Nora Go ist Astrid Nora. Und ihr Cello. Mit diesem immer ambivanten Instrument wandelt die Musikerin auf Henrik Ibsens Spuren, lässt sich auf ihrem Debütalbum von dessen Schauspiel "Ein Puppenheim" beeinflussen und ist, kein Wunder, sogar nach dessen Titelfigur benannt.

"Where Did Nora Go" heißt ebenfalls das Album, dass am 25.01.2012 via Für-Records erschienen ist. Mit dem ebenfalls Cello spielenden Produzenten Henrik Marstal und Kasper Rasmussen als Experten für die perkussiven Momente sind 10 Stücke entstanden, die geprägt sind von einem heißkalten Ringen um das Gleichgewicht von Mann und Frau.

An der Grenze zwischen Tag und Nacht, im Zwielicht schimmern die Lieder wie matte Edelsteine, immer ein wenig unnahbar und trotzdem energisch, was sicherlich am hervorstechenden Einsatz der Cellos liegt. Funktionieren die einleitenden "And The Day Came" und das auch als Single ausgekoppelte "Please Pleaser" noch wie flüsterndes Meeresrauschen, taucht spätestens mit "The Beacon" eine neue Schattierung auf, die das Zwielicht ein wenig aufbricht und den herrlich dahinfließenden Melodien ein wonniges Glitzern in die Augen treibt. Auch "Sing, Ye Birds" perlt wie eine Schaumkrone auf dem Eismeer und "Made Of Clay" ist ein Hit erster Güte, allein dessen Refrain schiebt sich so nonchalant in die Gehörgänge, das er selbst den festsitzendsten Ohrwurm in den hintersten Winkel zurückdrängt.

Neben den Celloklängen immer im Fokus: die seltsam timbrierte Stimme der Künstlerin, die sich wandelbar an ihr Instrument anschmiegt, mal genauso herzhaft knarzt oder leise vor sich hin schummert. Passend zu den Themen der Lieder windet sie sich, mit bewusster Verhärtung im Klang durch Wogen, die stängig vom Ufer zurück ins Meer zurückschlagen wollen. Ist sie bei "The Continuing Story Of The Maiden Who Went Out To Change Her Luck" noch zurückhaltend, greift sie bei "She Warrior" die Stier bei den Hörnern und umgarnt die sie begleitenden Harfentöne mit süßlicher Qual. 

Astrid Nora fällt stimmlich immer wieder etwas ein, schneidet ihre Stimme in "Good Girl" doch förmlich die Gischt aus finsterer Poprhythmik in feine Harmonietröpfchen, so dass es sehnsüchtig an das erste Lykke Li-Album erinnert (und nein, dort gab es gottseidank noch keinen großraumdikothekentauglichen Massenremix!!!). Wünschen wir uns also für Where Did Nora Go nur das Beste, verdient haben sie es ob des erstaunlichen Debüts allemal.

 

Live gibt's auch die Gelegenheit Where Did Nora Go zu bestaunen, zusammen mit den fabelhaften Forest & Crisipan ist sie Bestandteil des Nordlicht Klubs und gastiert in Kürze hier: 


  12 Feb. - Nürnberg MUZ CLUB
13 Feb. - Rostock Mau Club
14 Feb. - Dortmund Herr Walter
15 Feb. - Göttingen Pools
16 Feb. - Osnabruck GLANZ & GLORIA






Dienstag, 5. Februar 2013

My monthly Mixtape: Februar



Vollfarbig. In solch umfangreicher Klangvielfalt hat sich das Bänkelsängermixtape selten präsentiert. Barocke prachtvolle Tongewalt, die mal als fein ziselierter Countrysong, mal als arglistiges Folkkinkerlitzchen oder aber als forsche Popkapriole dargeboten wird. In zwei Zungen gesungen, auf vielerlei Art intoniert überquert die Bandbreite nicht allein diverse Ländergrenzen, lässt sich doch Einfluss aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen festhalten. Doch genug der Vorrede, hier kommen die diesmonatigen Kandidaten:

01. Daniel Romano - Middle Child
02. Night Beds - Ramona
03. Ron Sexsmith - Me, Myself and Wine
04. Friska Viljor - Flageoletten
05. Prag - Sophie Marceau
06. Stuart Warwick - Sailors
07. Christopher Owens - Here We Go
08. Patrick Richardt - Ade, Ade
09. Villagers - Earthly Pleasure
10. Indians - Cakelakers
11. Alasdair Roberts & Friends - Fusion of Horizons
12. Norwegian Arms - And then I Found Myself in the Taiga
13. Soviet Soviet - Lokomotiv
14. The Last Royals - Good Day Radio
15. I Am Kloot - Masquerade
16. Bergen - Bärenmann I
17. Tocotronic - Vulgäre Verse
18. Eels - Wonderful, Glorious

Und Patrick singt, also sperrt die Lauscher auf:




In Kürze gibt's die Sendung auch wieder auf dem "Radio der von Neil Young Getöteten".


 

Montag, 21. Januar 2013

Bergen






Ist los.

Manchmal kommen Glücksmomente unverhofft. „Bärenmann I“ von bergen ist so einer. „Iona“ ein anderer. Und dazwischen liegen noch eine ganze Menge weiterer.

Bergen sind aus Dresden und machen Musik, die polarisiert. Nicht weil sie verkopft, verkrampft, kompliziert oder uneben ist. Aber auch nicht, weil sie simpel, leicht, einfach oder seicht ist. Bergen machen Musik, die Spaß macht. „Wie ist das bei Dir?“ lässt Element Of Crime auf Folkore-Bläser treffen, ein Frauenchor ummantelt Mario Cettis sonores, erzählerisches Timbre und baut genug Spannung für ein ganzes Sinfonieorchester auf. Nachdenklich und weltenweise streifen die Dresdner durch ein Labyrinth aus Silben und Wortfetzen, erzählen vom Bärenmann und seinen Tugenden, von verblühten Frauen, die sich in Sehnsucht ergehen und leidlich kitschig verklärten Begebenheiten und Situationen. Sachte, behutsam, auf leisen Tatzen, wie der Titelheld, der Lotse und Suchender zugleich ist und sich der erzählerischen Melodieseligkeit des Sängers ergibt.

Refrains voll Glanz und Grazie, vom Produzenten ekimas, der sich ja auch mit den artverwandten Erdmöbel  in ähnlichen Gefilden tummelt, fabelhaft wärmespeichernd ausgekleidet. „Rennen“, mit seinem gefühlstrunkenen Melodien, die sich sachte und behutsam von Akkordeon und Trompete in den Schlaf wiegen lassen, „Schwierige Zeiten“ mit nervös schwankenden Klavierakkorden und das weise, von feiner Melancholie durchzogene  „Haut aus Orange“, keine einzelnen Höhepunkte sondern fließender stetiger Strom aus Gefühlen und Gedanken.

„Bärenmann“ funkelt, ja glitzert sogar wie die Schneedecke im Januar, die sich bedächtig über die Narben des Alltags legt. Acht Stücke lang, ausufernd, ohne Hang zur plötzlichen Pointe entwickelt sich das Album zum stetigen Begleiter, finden die Musiker doch zu jeder Zeit die richtigen Worte und Stimmungen ohne jedoch zu gefühlig zu werden.

Mit „Iona“ endet ein Suchen nach dem Halt, einer Insel im ewigen Hin und Her der Gezeiten,  so wunderbar versöhnlich, das Herz und Kopf zu einer immerwährenden Verbindung verschmelzen. Ein Aufbruch, der nach vorne treibt und neugierig macht auf das was da noch kommen mag.

Hören und sehen kann man die Musiker auch live, ein paar Konzerte gab es schon zur Veröffentlichung des Albums am 18.01.2013 via K&F, im Februar folgen jedoch noch einige weitere Termine:

12.02.2013 Hamburg – Astra Stube
13.02.2013 Hildesheim – Kulturfabrik Löseke
14.02.2013 Kassel – H**s

Die ganz ungeduldigen sollten sich aber auch den Ohrenöffner zu Gemüte führen, schließlich haben die Dresdener auch ein feines Video dazu gemacht:


Montag, 7. Januar 2013

My Monthly Mixtape: Januar


Bleibt alles anders. Vielleicht ist das Januarmixtape das letzte seiner Art. Vielleicht hat sich der Bänkelsänger für 2013 ein neues Musikvorstellungsmedium überlegt. Vielleicht geht es dabei um noch mehr Diversität und noch weniger Ausfall (hiermit bitte ich mein Fehlen im November und Dezember zu entschuldigen). Vielleicht geht es dabei auch um ein leicht verändertes Sendemodell für das "Radio der von Neil Young Getöteten" (keine Angst, da geht es auf jeden Fall weiter). Vielleicht bleibt aber auch alles so wie es ist und wir haben trotzdem alle unseren Spass. Vielleicht. 

Die Jahreseröffnungsausgabe hat jedenfalls eine ganze Menge spektakuläres Liedgut zu bieten. Von Hoffnungsträgern die 2013 bitte endlich ihr Debut veröffentlichen sollen, spannnenden Neuentdeckungen aus aller Herren Länder bis hin zu Coverversionären und Stilbewahrern, Leisetretern und Interpretationisten, von Acapellisten zu Geschichtenerzählern.

Bühne frei:

01. Joshua James - Queen of the City
02. Shovels & Rope - Hail Hail
03. Keston Cobblers Club - Maybe We'll Be Heard
04. 77 Bombay Street - Follow The Rain
05. Reza - The House Near the Airport
06. Wolfgang Müller - Havarieren
07. Ben Kyle - Hills Of England
08. The Young'uns - The Chemical Worker's Song
09. Cody Canada & The Departed - Worth The Fight
10. Willy Moon - I Wanna Be Your Man
11. Moses Luster And The Hollywood Lights - Hollywood's Black Heart
12. King Dude - Barbara Anne
13. Lone Wolf - The Swan of Meander
14. Jack November - Reverse
15. Antero Lindgren - Mother
16. Jake Bugg - Broken
17. Adrian Crowley - From Champions Avenue To Misery Hill
18. Sera Cahoone - Deer Creek Canyon
19. Steinar Raknes - I'm On Fire
20. Nick Urb - Goodbye for Now

Freitag, 4. Januar 2013

Foyn Trio!



Turbulent!

Wie mischt man am besten Folk, Pop, Jazz, Übermut, Kreativität, Spielfreude und seinen unglaublich intensiven Hang zur Improvisation? Das norwegische Foyn Trio! zeigt auf seinem heute via TimeZone veröffentlichten Debut Joy Visible bemerkenswert viele Möglichkeiten und begeistert so direkt mit einem spannenden und turbulenten Album.

Das auf dem Bänkelsänger so beliebte kunterbunte Sammerlsurium an Instrumenten wird wiedermal ausgereizt bis aufs Blut ohne jedoch an Spieldosenmusik zu erinnern. Die niedliche Stimme der Sängerin Live Foyn Friis wird ständig mit anderen Klangkombinationen konfrontiert, hüpft bedenkenlos über Jazzharmonien, bekommt zuweilen einen Schimmer von Nachdenklichkeit und lässt sich auch von den zuweilen unruhigen Arrangements nicht an den Rand drängen. 

Fabelhaft wenn sie im melancholischen "Be Still" mit ihtren beiden Mitstreitern Alex Jonsson und Jens Mikkel Madsen über experimentierfreudige Loops und Bass-Tupfer hinweggleitet, angespannt, jedoch immer mit nordischem Gleichmut. Man möchte "Björk!" rufen, jedoch besitzt Live Foyns Stimme genug Eigenständigkeit, um sich nicht in Vergleichen messen zum müssen. 

"Joy Visible" erinnert jedoch zuweilen auch an die französische Chanteuse Camille, wie im fordernden "Bold Old Man", dass eingerahmt in Vocal-Loops mit geradezu verschwenderischen Dopplungen ins formvollendete Schwelgen gleitet. Das düstere "She Hides" hätte sich auch auf den beiden Alben Susanne Sundfors nicht unwesentlich als Fremdkörper gefühlt und bei "Lady Light" kommt man klassicher Barjazzmelancholie ziemlich nahe. 

Technisch ist "Joy Visible" ein echter Leckerbissen. Die Kontrabasssaiten schnarren ungefiltert durch die Gehörgänge, die Präsenz der Sängerin fodert unverhohlene Aufmerksamkeit, mal sprunghaft, mal lasziv; jedoch immer sehr struktiert, selbst wenn wie in "Sailing" eher über rudimentäre Rhythmus-Strukturen hinweggesungen wird. In dem Zusammenhang scheint es wenig erstaunlich, dass das Trio in Skandinavien bereits einige Erfolge erzielt hat und 2012 bereits einen Danish Music Award gewonnen hat.

Live gibt's heute und morgen noch die Gelegenheit die drei zusammen mit dem wunderbaren Echo Me zu sehen, dazu sollte man sich möglichst hier aufhalten:

04.01.2013 Blue Note Magdeburg
05.01.2013 Ostpol Dresden

Da gerade überdies bereits eifrig am zweiten Album gewerkelt wird, gibt es bald schon Nachschub, bis dahin sollte das abwechslungsreiche Debut aber mehr als zufriedenstellen.



Mittwoch, 2. Januar 2013

Aufgemerkt: Es geht weiter...



Bevor ich mich jetzt wieder dafür entschuldige, dass seit Oktober letzten Jahres nichts mher passiert ist, kündige ich lieber an, dass in diesem Jahr alles besser werden soll. Ich danke allen Lesern und Mitmachern für Geduld und Durchhaltevermögen, erwähne schon mal einige Neuigkeiten und freue mich auch im Namen der netten Kollegen vom "Radio der Von Neil Young Getöteten" für den begeisterten Zuspruch, wenn es um das "Monthly Mixtape" geht.

Damit wir nun aber auch musikalisch gut ins neue Jahr kommen, gibt's erst mal einen Ohrenöffner, der Stimmungsmacher für aufregendes Bänkelsänger-Jahr werden soll:

Montag, 29. Oktober 2012

Binoculers



Inne(n)halten - inne(n)wohnen.

Ganz sanft und flauschig schleicht sich das Monster heran. Keine langen Fangzähne, keine wiederborstiger Pelz, keine grauenerregendes Gebrüll. Nadja Rüdebusch alias Binoculers nimmt mit einem sanften Fellknäuel vorlieb und jagt somit eher Wohlfühlschauer denn Gänsehaut die Nackenhaare hinauf. Wie mit leuchtenden Kinderaugen betrachtet sie die Welt durch ein faseriges Kaleidoskop, lässt aber gleichermaßen ausreichend eigenes Innenleben nach außen scheinen.

Auf ihrem zweiten Album "There Is Not Enough Space In The Dark", welches via Insular Music am 2.11.2012 erscheint, überwiegen anschmiegsame Folksongs, die mit Kleinigkeiten und Beiläufigkeiten ausgeschmückt werden, gleich so als wären sie der Musikerin im Vorbeigehen eingefallen. Dazu schildern die Texte Begebenheiten, die einerseits so alltäglich wie möglich scheinen, aber dennoch durch ihren persönlich scheinenden Bezug immer kostbar und einzigartig scheinen.

"Monsters", gleichsam eröffnender Akt und Schaubild für das ganze Album zeichnet Kinderbilder, die voller Phantasie und verwaschener Wasserfarben sind. Überall schweben schillernde Wolken, tönen sanfte Klangfarben durch das flackernde Halbdunkel, kein Wunder, das gibt der Albumtitel schließlich vor. Die beinahe zärtlich pendelnden Gitarrenmelodien finden sich immer wieder in Betten aus Geschlagenem, Geklopftem, Gestrichenem und Geblasenem, ein buntes Tohuwabohu, das trotzdem geordnet, neben- und übereinander besteht und teils mit weiteren Singstimmen angereichert wird.

Im schattierten "Grandmother's House" zieht sich ein Walzermotiv mit Pianobass durch die Erinnerungen der Sängerin, beinahe Spieldosenidylle, wie ein intimer Blick in die eigene Puppenstube, bei dem die Zeit auf der Schwelle des Fensterbretts stehengeblieben zu sein scheint. Immer wieder geht der Blick nach innen, mit einer stoischen, geradezu beseelten Ruhe, die im himmlichen "Song For A River" dezent mit Perkussion, Akkordeon und Glockenspiel aufgebrochen wird.

Schließlich "Trapped". Dann doch gefangen? Nicht aus sich herauskommen können. Im Inneren gefangen sein. In der eigenen Gedankenwelt verhangen, mit dem Blick nach aussen, doch den Kontakt nicht folgen lassen können. Rüdebusch lässt uns ein wenig im Dunkeln tappen, führt uns aber spätestens im versöhnlichen "Flock Of Birds" wieder hinaus, mit unaufgeregter Stimme und warmen Harmonien, jedoch ohne komplett das blasse Bild der inneren Erinnerung zu vergessen.

Binoculars verwöhnt mit intimen Folksongs im Stil der ersten Laura Gibson-Alben, die sich, wie soll es auch anders sein, ganz vortrefflich in die dunkelbunte Herbststimmung einfügen. Ohne Hast, mit viel Liebe zum Detail wird "There Is Not Enough Space In The Dark" zur Gedankenreise ins eigene (halb)dunkle Ich.

Das Lauschbild folgt sogleich:


Etwas ganz besonderes bietet sich hinsichtlich der verfügbaren Medien an, denn "There Is Not Enough Space In The Dark" gibt es neben den herkömmlichen Erscheinungsformen auch auf Kassette via Romani Ite Domum, einem feinen Kasettenlabel, dem man die Detailverliebtheit anhand des wunderschönen Covers durch und durch anmerkt:


Donnerstag, 25. Oktober 2012

My monthly Mixtape: Oktober



Auch wenn es bereits eher November denn Oktober ist, gibt's trotzdem noch ein "monthly Mixtape". Das hat es dafür auch ganz schön in sich, vereint es doch einige Lieblingslieder des bisherigen Jahres mit einem wiederentdeckten "All-Time-Favourite" und lässt klanglich kaum Wünsche übrig. Klaustrophobischer Garagen-Folk, wehmütiger Schlafzimmerpop und chansoneske Literaturvertonungen auf der einen, brilllantes Instrumentalspiel, stimmungsvolle Mitmachlieder und alptraumhafte Hommagen auf der anderen Seite. Klingt komisch? Dann Ohren auf und hingehört:

01. Simon Joyner - Vertigo
02. Jake Bugg - Lighting Bolt
03. Cult of Youth - Golden Age
04. Sean Rowe - Downwind
05. Murder By Death - Ramblin'
06. The Mountain Goats - Lakeside View Apartments Suite
07. Mumford & Sons - Hopeless Wanderer
08. Sea Wolf - Saint Catherine St
09. Adrian Crowley - Alice Among The Pines
10. Mark Eitzel - I Love You But You're Dead
11. JaKönigJa - Diese Schmerzen Musst Du Teilen
12. Peter Broderick - I've Tried
13. Misuk - Erinnerung an die Marie A
14. Echo Me - Darkest Hour
15. Paul Thomas Saunders - Let the Carousel Display You & I
16. Calexico - Splitter
17. Efterklang - Sedna
18. Patterson Hood - Come Back Little Star


Und selbstverständlich gibt's auch ein Lauschbild zum Glück:

 

...wann und ob die Ausgabe diesen Monats auch beim Radio des Vertrauens läuft, wird sich in Kürze zeigen, ansonsten empfehle ich wie immer aber auch dessen sonstiges sehr hörenswertes Programm.


Montag, 22. Oktober 2012

Echo Me

Da bin ich wieder. Entschuldigt die Abwesenheit. Jetzt geht's weiter.






Folk(s)vergnügen.

Mann mann mann mann, da hat sich Jesper Madsen alias Echo Me aber ganz schön vertan. Jetzt ist doch Oktober, was sollen wir denn da mit solch einem tollen, eingängigen Sommerhit wie "Left From The Fire" noch anfangen? Im Zweifel Tanzen, Mitsingen oder zumindest mit Begeisterung mitwippen. 

Letzteres kann man zu einigen der Songs auf dem selbstbetitelten Debut des jungen Kopenhageners und jetzigen Wahlberliners wunderbar, jedoch schlägt Madsen nicht nur fröhliche und unbeschwerte Töne an. Auf "Echo Me" passiert für ein Debutalbum eine ganze Menge. Da reihen sich niedliche Folk-Singalongs wie das bereits erwähnte "Left From The Fire" an das kraftvoll nölende "The Actor & The Play" was zum einen toll komponiert, zum anderen auch mit so viel spannenden Nebengeräuschen gespickt ist und mit viel Verve vorgetragen wird.
Madsen verbindet auf seinem Album Kunstfertigkeit mit mitreißenden Melodien, die so vertraut klingen, als wären sie dem eigenen Lieblingsmixtape entsprungen. Und genau dieses Gefühl vermittelt der Däne in dieser guten halben Stunde, in dem er kurzweilig und mit wandelbarer Stimme Alltäglichkeiten in Songs umwandelt. In Songs, die Begebenheiten erzählen, die ihm wichtig sind, in Stücken, die seine Geschichte erzählen und in Klängen, die seine prägnante Stimme unterstützen. 

Ob er nun wie in "You Never Will Be Mine" brüchig klingt wie ein stimmbrüchiger Teenager, der sein Liebesleid in die Welt weint und sich dabei von Mandolinen und verhaltenem Chorbackground unterstützen lässt oder amerikanisch anmutendes Gitarrenpicking unter die Stimme legt, Madsen versteht es mit kleinen Kniffen immer für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Absolutes Highlight und jetzt schon einer der Songs des Jahres ist das fabelhafte "Darkest Hour". Wenn sich die Harmonika trunken in den Raum schleppt und das Schlagzeug trocken wie Reisigzweige angeschlichen kommt, thront Madsen mit seiner prägnanten Stimme über den Dingen und heult mit beängstigender Kopfstimme den Mond an. Manchmal kann "Echo Me" in seiner Vielfalt ein wenig überfordern genauso wie die Stimme Madsens nicht immer ganz unangestrengt eingesetzt wird, doch helfen die kleinen Kinkerlitzchen in den einzelnen Stücken, die mit viel Liebe für glitzernde Aufmerker sorgen, immer wieder für neue Aufmerksamkeit. 

Insgesamt macht "Echo Me", dass am 19.10.2012 via Für-Records erschienen ist, Spaß und vor allem neugierig auf mehr. Die vielen Facetten die teils nur einzeln angeschnitten werden (man höre nur das lustig vor sich hin trabende Countryliedchen "Packing My Stuff"), lassen hier noch sehr viel Spielraum, so dass Madsen gerne noch weitere Songs nachschieben darf. Bis dahin singen wir halt vergnügt mit und können uns auf einigen Konzerten auch noch von seinen Live-Qualitäten überzeugen:



24.10.2012 DE-Hildesheim, VEB Club
25.10.2012 DE-Goetingen, Heimathafen im Pool
26.10.2012 DE-Wuppertal, Bürgerbahnhof "Endstation Sehnsucht"
03.11.2012 DK-Odense, Kansas City
04.11.2012 NL-Groningen, Melodica Festival
09.11.2012 NL-Amsterdam, Skokie
11.11.2012 NL-Rotterdam, Le Vagabond
16.11.2012 DK-Aarhus, Vestergade 58
17.11.2012 DK-Kopenhagen, Huset i Magstræde
23.11.2012 DE-Dresden, Ostpol (PPZK Songwriterfestival)
24.11.2012 DE-Stutgart, Café Galao
06.12.2012 FR-Paris, Pop In
17.12.2012 DE-Hamburg, Stellwerk
18.12.2012 DE-Hannover, Glocksee
20.12.2012 DE-Berlin, Aufsturz
21.12.2012 DE-Weimar, Kasseturm
 
Und jetzt gibt's was auf die Augen: