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Montag, 25. April 2011

Implodes



Flirrende Flammenschwüle.

Nahezu instrumentales Liedgut ist auf dem Bänkelsänger durchaus gern gesehen, nach den kosmischen Grouper-Klängen dürfen nun auch Implodes ihre weitaus irdischeren Klänge in den Äther schicken. "Black Earth" heißt deren Erstlingswerk und oszilliert geradezu spielerisch von shoegazernden Gitarrenwällen hin zu ambienten Schalleskapaden.
Implodes kommen aus Chicago und wandeln auf verschlungenen Drone-Pfaden einher, lassen aber durchaus auch von Ferne erschallenden Melodien ausreichend Raum, ohne gleichzeitig wiederum eingängig zu wirken. So scheinen bei "White Window" Wellen aus Einzeltönen direkt in die Gehörgänge zu springen, wenn da nicht im Hintergrund sakrale Harmoniegebilde vorbeihuschen. Die Gitarren im folgenden "Screech Owl" klingen wiederum wie ein Zwitterwerk aus Sonic Youth-Harmonik und skizzenhaften Shoegaze-Fragmenten. Unterstützt von erdigen Trommeltönen und mehrstimmigem Flüstern erwächst eine schier naturmystische Atmosphäre, die nie künstlich oder gezwungen wird, fast schon organisch winden sich langgezogene Töne durch die wie zufällig hingeworfenen Strukturen.
Sämtlicher Gesang wirkt dabei verwunschen, ja durchaus auch verwaschen und versteckt sich hinter den stoischen und nur sehr langsam bewegten Klängen. In den zugänglichsten Momenten, wie im nach vorne gespielten "Meadowsland" erinnert "Black Earth" an die Candy Claws oder an Altar Eagle, ohne jedoch deren süßliche GHrundstimmung einzufordern. Implodes kommen ohne den genretypischen Zuckerguss aus, sie schaffen es gar im "Song For Fuckin Damon II (Trap Door)" grantelnd zu klingen und verwischen hier ein paar ihrer vorwitzig gelegten Ambientspuren.
Sie erweitern diese dann vielmehr wie im schlingernden "Wendy" noch um psychedelische Wohlfühlmomente und schließen im letzten Stück "Hands On The rail" mit einem wohlfeilen Harmonieklang ihre Reise um die Welt voller Zufriedenheit.

Man lade,höre und staune: Oxblood

  


Montag, 18. April 2011

Grouper



Wunderweiße Nebelschwaden.

Anlässlich eines Mixtape-Austausches, ich glaube es war eine der längst vergangenen plattentests.de-Osterwichtel-Aktionen bekam ich es zum ersetn Mal mit Liz Harris, die in der Regel unter ihrem Moniker Grouper auftritt zu tun. "Fishing Bird" vom Album "Dragging A Dead Deer Up A Hill" war darauf enthalten und zog mit seinem sonnendurchfluteten Gespinst aus Klangschichten und einer aus fernsten Fernen erschallenden Frauenstimme in seinen Bann.
Nun sind mit "A I A: Alien Observer" und A I A: Dream Loss" gleich zwei nachfolgende Longplayer erschienen, die wiederum mit unglaublich weit in Raum und Zeit strahlenden Klängen auf sich aufmerksam machen. "Alien Observer" ist dabei eher von zurückhaltender Schönheit, nicht dumpf und dennoch eher von tief unter der Erde kommend. "Vapour Trails" ist hier das Prunkstück, gedämpfte Hammer- und Glockenschläge, ein simmernder, leidlich einlullender aber dennoch betörender Gesang, formlos und doch perfekt in die allgemeine Schwerelosigkeit eingebettet. Harris schlingert Sternenwolken entgehen, oder hangelt sich eben an den Kondensstreifen entlang, freischwebend, gerüstfrei und nahezu haltlos.
Ausufernder, jedoch ohne opulent zu wirken scheint hingegen "Dream Loss" wirken zu wollen. Die Strukturen verwischen hier noch stärker in großflächige Bruchstücke, ohne jedoch beliebig oder ziellos zu wirken. "Atone" ist gar so zerbrechlich, dass erst bei genauem Hinhören eine björkische Verwandtschaft erkannt werden kann, der Rest wallt und schwelt in breiten Bahnen vor sich her.
Grouper macht "Field Recordings" ohne Aufnahmegerät, viele ihrer ambienten und sphärischen Stücke klingen wie eine Momentaufnahme tief untem im Ozean oder weit über den Sternen, nie hektisch, immer bedächtig und entspannt.

Entschleunigung ohne Kalkül: