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Montag, 7. Mai 2012

Lauschbilder: ein Versuch



Mal wieder so'n Versuch. Und eine Möglichkeit, die vielen netten Anfragen von Musikern und Labels zumindest noch mal auf eine andere Art zu würdigen. In lockerer Folge (und eben nicht so regelmäßig wie bei der empfehlenswerten AUFTOUREN-Musik ins Auge-Rubrik) will ich Visuelles in den Fokus rücken, häufig auch verbunden mit Kurzinfos zu erschienenen Veröffentlichungen und Gratisdownloads.

Den Anfang machen drei alte Bekannte und ein Frischling:

Fangen wir mit dem bereits am längsten veröffentlichten Video an und das schickt das sympathische Duo Straight From The Harp in den Ring. "GoGoGoGoGo" heißt es und knüpft musikalisch an die vorangegangene Mischung aus filigraner Elektronik, poppigen Klängen und natürlich Bluesharptönen an. Das Lauschbild im angesagten Handkamera-Retrolook gibt's hier, das Album "I´m On Fire Just For You" folgt später im Jahr:


Erst kürzlich hatten sich Pretty Mery K hier vorgestellt und ihr frühlingsfrisches Album "Oh" im Handgepäck. Jetzt ist seit ein paar Tagen das Video zu "Mery In Wonderland" zu sehen, das skurril, quietschbunt und hervorragend zum niedlichen Ton des Stücks passt. Genießt das Lauschbild:



Neu auf dem Bänkelsänger sind Garda, die im Video zum Song "Upper/Lower Water Course" vom neuen Album "A Heart Of A Pro" so viel Wasservarianten durchspielen, dass es bei den teils einschwebend verschwommenen Bildern schon mal schwummerig werden kann, der sanft dahin plätschernde Folkpop-Song der Dresdner Band passt allerdings vorzüglich und wird somit zum dritten Lauschbild:


...einen besonderen Leckerbissen gibt es noch zum Schluss, denn Neil Cousin, der mit seinem letztjährigen Album "Bonfire" überzeugt und einen der Titel auch in des Bänkelsängers' Hitparade 2011 katapultiert hat, hat auch ein feines Video zum schönen "Oh For The Spring" parat. Und noch was viel besseres: den kann man sich nämlich direkt selbst frei downloaden und dann inklusive Kopfkino einen eigenes Lauschbild. Jetzt aber erstmal das angefertigte:

Samstag, 21. April 2012

Aufgemerkt: Ben Schadow

Kleine Geschichten.

Bis zur Veröffentlichung dauert es noch einen knappen Monat, dann erblickt das erste Soloalbum von Ben Schadow mit dem hübschen Titel "Liebe Zur Zeit Der Automaten" das Licht der Welt. 

Vor einigen Wochen hatte ich bereits über Pretty Mery K geschrieben, bei denen Schadow ebenfalls als Musiker und Produzent mitwirkt und wenn man sich dann gleich mal seine Gesamtdiskographie mit allen Beteiligungen anschaut entdeckt man Namen wie Bernd Begemann und Dirk Darmstädter, Olli Schulz, Finkenauer und Kettcar, denen er allesamt schon mal mit Bassbegleitung mehr als ausgeholfen hat.

Nun also solo mit "Liebe Zur Zeit Der Automaten" (nach einer Geschichte von E.T.A. Hoffmann). Schadow macht keinen Hehl daraus, wo sich seine Inspirationsquellen schon überall durchs Geäst geschlängelt haben. Titel wie "Gnade trägt man in Särgen" oder "Einer aus Stolz, einer aus Scham" klingen nach 90er-Jahre Hamburger Schule, musikalisch gibt es hingegen Brückenschläge von 60s-Pop bis hin zu moderner Liedermacherharmonik und drängelndem Indierock.
Schadow skizziert kleine Alltagsszenerien ohne mit dem Seziermesser alles in seine Bestandteile zu zerlegen. Besonders gelungen ist das im nachdenklichen "Einer aus Stolz, einer aus Scham", das mit verschlepptem Walzertakt irgendwo zwischen grauer Melancholie und aufblitzender Ironie spielt. Im countryesken "Herz Aus Holz" holt er wiederum so fein ziseliertes Liebesliedchen aus wenigen fein gesetzten Worten und das abwechslungsreiche "Eigentlich kann es ja nur besser werden" erinnert gar an die Großtaten des besten deutrschsprachigen Albums des Vorjahres von Locas In Love. Manchmal verwandeln sich die Songs auf  "Liebe Zur Zeit Der Automaten" allerdings auch in eine Art Zitatenreigen, da "heilen Wunden" wie im dann doch recht liebestrunken vor sich hin mäandernden "Heller Fleck im schwarzen Meer" gleichermaßen wie der "Regen grau durch das Glas der Wand schleiert." (Was wenn es mich wach entdeckt). Das Album sammelt in seinen mit In- und Outro einfassten 10 Stücken viele Kleinigkeiten auf, fügt sie mit Versatzstücken, die Schadow in den letzten zwanzig Jahren zu Ohren gekommen sind, zu einem phantastischen, wenn gleich doch erschreckend realistisch erscheinenden Mikrokosmos zusammen. Es geht um Liebe, um Tod, um Romantik und vor allem um die Wege sich gesanglich damit auseinanderzusetzen. Schadow gelingen hier immer wieder aneckende Gedankenspiele, die sich vielleicht nicht immer vollends innovativ, aber konsequent sympathisch präsentieren und dabei das ein oder andere Augenzwinkern zulassen.

Das Album erscheint am 18.05.2012 via Timezone, die Single "Ich Fall immer auf die gleichen Dinge rein" bereits 2 Wochen früher.

Hinhören darf man aber auch hier schon mal:

  

Dienstag, 28. Februar 2012

Pretty Mery K


 Oh.

Oh? Wieder mal so eine nette Anfrage. Oh! Ein Bandname der sich an Elliott Smith anlehnt! Oh. Und ein Debutalbum, das so heißt, wie es klingt: Oooooh.

Pretty Mery K sind vier Musiker aus Dresden, die mit "Oh" ihr erstes gemeinsames Lebenszeichen von sich geben. Ihr Indie-Pop mit behutsamen Folk- und Rock-Berührungspunkten schimmert dabei in mindestens so vielen bunten Farben, wie es das unglaublich hübsch gestaltete Booklet verspricht. Überhaupt? Ein Booklet! In Zeiten von immer mehr Veröffentlichungen ausschließlich im Downloadbereich geizen Pretty Mery K nicht mit gestalterischer Vielfalt und gönnen jedem der 12 Songs ein eigenes gezeichnetes Bild, das Titel, Stimmung oder Gefühl nachzeichnet. 
"Oh" beginnt ruhig, fast ein wenig besinnlich, Meryem Kilic singt in "A Complaint" lieblich, ja sogar unschuldig, die Begleitung untermalt mit sanften Farben, die sich erst zum Ende des Stücks ein wenig ins Dramatische verlieren. Das folgende "Mery In Wonderland" klingt von Beginn an ein wenig forscher, der Musik jangelt ein wenig vor sich her, lässt sich auch vom bezeichnend fantasiedurchzogenen Text nicht aus der Reserve locken. So steckt "Oh" zuweilen ein wenig in der Zwickmühle, dass sich den hübschen Pop-Songs zuweilen ein bisschen viel Süße entfaltet. Das zurückhaltende, folkige "Moon" macht hierbei genauso wenig eine Ausnahme wie das immer wieder verwunschen tönende "Happy". Zwischen die zarten Gitarrentöne mischen sich dazu immer mal wieder Hintergrundgesänge, vielleicht gar das titelgebende "Oh", die zuckrig, aber eben nicht klebrig wirken und somit das Album mit zuviel Wohlklang überschütten. 
Für das langsam entspringende Frühjahr finden sich bei Pretty Mery K auf alle Fälle genügend kleine, niedliche Lieder, die selbst wenn sie etwas wagen, wie beim geheimnisvollen "Rattlesnakes" oder wünscheswerte Hits wie das wunderbare "Eden" sind, zu einer kleinen Gedankensammelreise zusammenfügen lassen. Ein wenig Twee, viel Pop und einen Schuß Indie-Folk - das darf man sich gerne auch Live anhören und dann die bislang ausschliesslich im Eigenvertrieb erhältliche CD erwerben. Releaseparty ist heute abend, den Rest der Termine gibt's hier:

28.02. in Dresden-Societätstheater (RELEASEKONZERT)
29.02. in Hildesheim-Club VEB
01.03. in Halle-Brohmers
02.03. in Leipzig-Horns Erben
03.03. in Eberswalde-Studiclub
04.03. in Berlin-Privatclub
07.03. in Münster- Teilchen&Beschleuniger
08.03. in Kiel-Prinz Willy
09.03. in Lübeck-Blauer Engel
10.03. in Hamburg-Grüner Jäger

29.03. in Bochum-Ebstein
30.03. in Düsseldorf- Forum Freies Theater/Freitagsklub
31.03. in Bielefeld- Verve
01.04. in Köln- Theater der Wohngemeinschaft
03.04. in Stuttgart-Zwölfzehn
04.04. in Strasbourg (F)- Mudd Club
05.04. in Freiburg-White Rabbit
06.04. in Mannheim- Mohawk
07.04. in Hof-Kunstkaufhaus
08.04. in München-8 below
 
...und wenn das jetzt alles noch nicht genug Anreiz ist, dann höre man doch einfach mal hier rein: