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Dienstag, 10. April 2012

Nigel Wright



Junge/Gitarre.

Wie fängt man eigentlich den xten Blogbeitrag an, der sich mal wieder einem jungen wortgewandten Musiker widmet, der vordringlich zur Gitarre seine entweder erzählerisch-lautmalerische oder textlastig-lyrische Prosa in die Welt singt und sich dabei stimmlich irgendwo zwischen den Genrereferenzen Nick Drake, Jeff Buckley und William Fitzsimmons ansiedeln lässt?  Huch schon passiert, dann sollte nun auch schleunigst der Name des neuesten "Wunderkindes" folgen, denn jung ist Nigel Wright in jedem Fall, ob er hingegen auf "Milfoil" wahre Wunder vollbringt, muss sich erst noch beweisen.

Sicher, der Opener "Advance" ist geschmackvollster Songwriter-Folk, der die ein oder andere Energie-Kompomnente mit sich herumschleppt und aus einem leichten Hall heraus durchaus kraftvoll zupacken kann. Das Gitarrenspiel beherrscht der Amerikaner aus den Blue Ridge Mountains auf alle Fälle, im heimeligen "This Far" pickt er mit feinster Akkuratesse und lässt die Saiten zur teilweise gedoppelten Stimme nur so fliegen. Ach so, die Stimme ist der größte Pluspunkt Wright, klingt er doch mit knapp 20 schon ziemlich reif und weise, lässt sich aber auch nicht vollends in trunkenen Moll-Blues eintauchen. Dunkel ja, aber nicht finster, so scheinen die Stücke auf "Milfoil" immer nahe dran zu sein, in die Nacht hineinzukippen, doch durch die kurzweiligen Arrangements tröpfelt immer mal wieder feines dünnes Licht durch die in ihrer Schlichtheit bezaubernden Gitarrenklänge. Ein Klavier, eine etwas härter angeschlagener Akkord, ein Tempowechsel inklusive voranstürmender Chorbegleitung wie im begeisternden "Solid Muse". Knurrige Begleitung und Drake'sche Ostinato-Motivik die entfernt an den "Black Eyed Dog" erinnert, umfängt einen dann in "The Retreat" und sogar ein aufmüpfiges Instrumental an zweiter Stelle verweisen auf erheblich mehr Vielfalt, als es die einleitenden Sätze suggeriert hatten. Bedenkt man dazu, dass Wright "Milfoil" zum großen Teil im Alter von 16 Jahren verfasst hat, darf dann schlussendlich auch gestaunt werden, zumal den 9 Songs auch zum Ende hin nicht die Luft ausgehen, was das ruhige "Upside" und das schwelgende Titelstück eindrucksvoll beweisen.

Wright verfeinert die Erfolgsrezeptur Junge/Gitarre zwar nicht erheblich, hat jedoch genügend Eigenständigkeit durch ungewohnte Versatzstücke, seine mit hohem Wiedererkennungswert ausgezeichnete Stimme und schlichtweg guten Songs, deren Nachfolger mit dem hervorragenden "Anna" bereits in den Startlöchern stehen. Und im Sommer/Herbst gibt's eine Tour, dann darf man sich hoffentlich auch von den leibhaftigen Künsten überzeugen.

Und jetzt wünsche ich dem Nigel noch mehr Aufmerksamkeit als er es eh schon bekommt, kann es schließlcih etwas Feineres geben, als sich mit solchen Ohrenschmeicheleien durch den Frühling zu retten:

 


Weiterlesenswert: der Folkspaziergang bei AUFTOUREN, denn da darf nicht nur der Nigel auch noch mal singen :-)

Montag, 2. April 2012

Hitparade 2012 - Vol. 1


Bevor es in den kommenden Tagen (gehofft binnen dieser Woche) wieder ein neues Mixtape gibt, muss erst mal wieder abgerechnet werden. Und wie macht das der Bänkelsänger am besten? Indem er die in diesem Jahr bereits ausreichend konsumierten und bewerteten Alben des ersten Quartals in Reihe bringt und dabei keine Scheu zeigt, eine erste, vielleicht noch nicht ganz so ernstzunehmende Top Ten zusammenzustellen. Wie immer wird hier hübsch getrennt nach Songs und Alben, erstere, wie den vorhergehenden Listen zu entnehmen, sind nicht Bestandteil der ausgezeichneten Alben, die ja ohnehin schon Würdigung erfahren. Ach, und wer sich noch mehr Listenvielfalt konsumieren möchte oder des Bänkelsängers' Auswahl ein zweites Mal gewahr werden will, schaue doch einfach mal bei AUFTOUREN vorbei, da gibt's derer viele mehr.

Doch nun zu den Listen im Einzelnen:

Alben:

1. Michael Kiwanuka – Home Again
2. Alcest – Les Voyages De L’Âme
3. Matt Elliott – The Broken Man
4. Felix Meyer – Erste Liebe/Letzter Tanz
5. A Whisper In The Noise – To Forget 
6. Perfume Genius – Put Your Back N2 It
7. Shearwater – Animal Joy
8. Jim Moray – Skulk
9. Bowerbirds – The Clearing
10. Anaïs Mitchell – Young Man In America 

Songs:

River Whyless - Stone
First Aid Kit - Emmylou
Vierkanttretlager - Fotoalbum
James Low & The Western Front - Thinking California
Nerve City - Sleepwalker
Crybaby - I Cherish The Heartbreak More Than The Love I Lost
Mark Lanegan - Grey Goes Black
Nigel Wright - Anna
I Used To Be A Sparrow - Life Is Good
Fanfarlo - Tightrope

...wie immer obliegt den Songs eine willkürliche Reihenfolge, die allein dem aktuellen Gedächtnis des Autoren geschuldet ist.

Ohne Ohrenöffner geht's natürlich nicht, hier ist das Futter: