Sonntag, 8. November 2015

JP Hoe



Eine kleine Herbstmusik.

Vor kurzem hatte ich hier ein paar Worte über den sanft schmeichelnden Indiefolk der Kanadier von Federal Lights verloren. Gemeinsam mit diesen war der Songwriter JP Hoe im Herbst auf der Canadian Showcase-Tour und hat mit „Hideaway“ nahezu zeitgleich sein neues Album veröffentlicht.

Auf „Hideway“ versammeln sich kraftvolle und geschmackvoll dicht ausstaffierte Country- und Folksongs, die JP Hoe immer mit so einem gewissen Sehnsuchtskick in der Stimme vorträgt. „Learn To Let You Go“ ist so einer von diesen Songs, in den Strophen mit ausreichend Streichereleganz umgarnt, bricht es im Chorus komplett aus dem Sänger heraus, der mir nichts, dir nichts zum seelenvollen Crooner wird. Der leichte Crisp in seiner Stimme veredelt, neben den lässigen Pianoakkorden und den Background-Bläsern auch das folgende „Like I Did Back“, das mit viel Energie und Leidenschaft vorgetragen wird.

Generell merkt man JP Hoe seine Spielfreude in jedem der 11 Titel auf „Hideaway“ an. Vor allem dann, wenn es aus den schönen erzählerischen Strophen in den heroischen, mit viel Inbrunst vorgetragenen Refrain mündet, scheint er sich am wohlsten zu fühlen. Das fängt in der herrlich altmodischen Americana-Liebeserklärung „Beautifully Crazy“ an, die sicher nicht von ungefähr als erste Single ausgewählt wurde, geht über das wehmütige, aber sehr intenstive "Save You" und hört beim kurzen, aber umso energischen „My Silhouette“ auf.

Eigentlich passiert auf „Hideaway“ nicht viel, was man nicht auch auf anderen amerikanischen Songwriter-Album erwarten würde. JP Hoe bekommt es aber hin, seine Begeisterung an der Musik in jeden einzelnen gesungenen Ton hineinzulegen und schafft es so, dass manchmal etwas stereotype Songwriting auszublenden. Einige Songs hätten eine so tiefgehende Bedeutung für ihn, dass er sich beim Spielen komplett in ihnen verlieren würde, sagt er selbst über die Stücke auf „Hideway“. Dass das keine hohle Phrase ist, hört man dem Album auf jeden Fall in jeder Sekunde an.

Den Ohrenöffner gab es in reiner Hörform bereits in den Kurzvorstellungen, jetzt und hier soll die Bebilderung unterstützen: 


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