Montag, 30. März 2015

Hitparade 2015 - Vol. 1



Da war doch mal was? Ich habe nachgeschlagen, zuletzt im Sommer 2012 hatte ich eine Quartalshitparade, in der ich meine Albumlieblinge der vergangenen 3 Monate mal in Reih und Glied gebracht habe. Überdies nannte ich noch einiges wohlfeiles Liedgut beim Namen, welches sich zwar auf den Bänkelsängermixtapes tummeln könnte, das aber durchaus noch mal Erwähnung ob dessen Güte finden sollte. Gut drei Jahre später gibt es nun mal wieder so eine erste Liste, die in zehn Alben bereits zeigt, welch fulminate Jahresendabrechnung erwartbar werden könnte. Doch nun genug der Vorrede, hier sind die Platzierungen im Einzelnen:

01 Daniel Knox – Daniel Knox
02 Susanne Sundfør – Ten Love Songs
03 Father John Misty – I Love You, Honeybear
04 The Decemberists – What A Terrible World, What A Beautiful World
05 Matthew E. White – Fresh Blood
06 Ryley Walker – Primrose Green
07 Jessica Pratt – On Your Own Love Again
08 Laura Marling – Silent Movie
09 Sufjan Stevens – Carrie & Lowell
10 Dagobert – Afrika

Scheint vor allem Platz 1 aktuell wie in Stein gemeißelt zu sein, wechseln die übrigen Platten teilweise munter je nach Tagesform durch und auch jenseits des aktuell zehnten Platzes stehen schon weitere Alben Gewehr bei Fuß.

Der Tradition folgend kommen nun noch 10 Songs, die entweder nicht auf den oben genannten Alben zu finden sind, gar kein Albumbestandteil sind oder eventuell gar nicht im entsprechenden Zeitraum erschienen sind, dem Bänkelsänger aber trotzdem einen Heidenspaß bereiten. Als da wären:

DM Stith - Imperial Leather
Benjamin Clementine - Nemesis
Natalie Prass - It Is You
Jake Xerxes Fussell - Push Boat
The Slow Show - Dresden
John Southwood - Niagara Falls Is Not Niagara Falls
Daughn Gibson - Shatter You Through
Lois - Before You
Will Butler - Anna
Love A - 100.000 Stühle Leer 

Selbstverständlich gibt es einen Ohrenöffner, der wie auch schon beim gestrigen Mixtape vom bisherigen Album des Jahres kommt und auch noch mal aufzeigt, wie vielfältig solch ein herrlicher Bariton klingen kann: 


Sonntag, 29. März 2015

My (monthly) Mixtape 2015/3



Das erste Quartal ist fast geschafft und somit wird es Zeit für eine dritte Mixtape-Bestandsaufnahme für 2015. Dieses Mal scheinen sich vier übergeordnete Themen in den 18 ausgewahlten Stücken zu verbergen. Zunächst verneigen sich einzelne Stücke mal mehr, mal weniger vor ihren historischen Vorbildern, wobei die Bandbreite hier schier unübersichtlich scheint, dann spielen ausdrucksstarke Stimmen eine Rolle, die vor allem düstere und gehaltvolle Baritone ins Rampenlicht stellt und man soll es kaum glauben, welche Unterschiede sich ausmachen lassen. Drittes Thema ist die instrumentale Virtuosität vor allem an den unterschiedlichen Instrumentensaiten, aber auch Streicher und diverse Tasteninstrumente werden heuer deutlich in den Fokus gehoben. Zuletzt ist es weniger Thema, vielmehr eine Feststellung, denn im Gegensatz zur Jahreszeit scheint die Dunkelheit zurück auf dem Bänkelsänger zu sein, auch wenn gerade Locas In Love etwas anderes versprechen: 

01. The Slow Show - Dresden
02. Champs - Vamala
03. Will Butler - Anna
04. Susanne Sundfør - Kamikaze
05. Laura Marling - Gurdjieff's Daughter
06. Courtney Barnett - Pedestrian At Best
07. Locas In Love - Da ist ein Licht
08. Yowler - Water
09. Ryley Walker - Primrose Green
10. Torpus & The Art Directors - Poem For A Friend
11. The New Atlas - Freight Train
12. José González - Leaf Off  The Cave
13. Whitehorse - Evangelina
14. Moses Luster and the Hollywood Lights - The Hangman's Door
15. Daniel Knox - Blue Car
16. Scott Matthew - Effigy
17. Matthew E. White - Feeling Good Is Good Enough
18. Dagobert - Das traurige Ende eines schönen Tages

Als Appetithappen nehme ich dieses Mal einen deutlichen Aspiranten für die Top Ten in der Jahresendabrechnung:


Montag, 16. März 2015

Moses Luster & The Hollywood Lights



Erlesenes Schummern.

Manch einer erinnert sich noch daran, dass als der Bänkelsänger vor nunmehr fünfeinhalb Jahren startete, dessen Hauptaugenmerk bei eher düsteren Folk- und Americana-Tönen lag. Inzwischen werden fast alle Spielarten kontemporärer und unabhängiger Folk- und Popmusik gestreift, auch vor experimentiellen Klängen und avantgardistischen Sphären- und Metallauswüchsen wurde nicht immer Halt gemacht, selbst Sprechgesang und Kabarett (wenn auch hier eher von finsterer Natur) durften so ihre Rolle spielen.

Mit dem neuen Album von Moses Luster & The Hollywood Lights kommt ganz entgegengestetzt zum Bandnamen mal wieder etwas Blaupausenmusik der ersten Stunde aufs Tablett. Mich hatte das erste Album "I'm  The Lion" schon überrascht, tauchte es doch weiland irgendwann irgendwo in den weiten Untiefen des obskuren Americanas auf und lehnte sich durch Stimme und Stimmung mal hier und mal da an und überzeugte vor allem durch eine Vielschichtigkeit die von ruppigem Countryrock bis hin zu halbseidenem Noirfolk reichte.

Das zweite Album barg dann nur noch vereinzelt Schätze, doch mit dem neuen Werk "The Hangman's Door" nehmen Moses Luster und seine Mannen wieder richtig Fahrt auf.  "Come Along With Us" heißt es dann auch folgerichtig und auf geht es durch einen holprigen Ritt, der wahlweise auf den spärlich beleuchteten Seitenstraßen Las Vegas oder gar in den verrauchten Hinterzimmern der Casinos spielen könnte. "I Got You" ist ein weiterer, mit zarten Frauenstimmen begleiterer Höhepunkt, so melodiös wie selten croont Luster über deutlich weniger waidwunde Wehmutsakkorde als zuvor.

Stimmlich wie immer im sinstren Schallraum beheimatet klingt er einmal wie ein versöhnlicher Tom Waits-Klon, aber auch Ähnlichkeiten an das Timbre eines Matt Berninger von The National schimmert wie im pianogetränkten "Coming Home" durch die dichten und spannenden Arrangements des Albums. Der Titeltrack wiederum wirbelt Wüstenstaub auf und atmet die Luft der großen Countryklassiker, "Sorrow Town" hätte hingegen auf den American Recordings von Johnny Cash auch keine schlechte Figur gemacht.

So spannt "The Hangman's Door" einen weiten Bogen, der einmal quer durch die amerikanische Tradition zu gehen scheint und nicht nur die funkelnden Plätze sondern auch die wenig gangbaren Nebenstraßen betritt. Ohren auf, hier kommt Moses Luster (von dem ausser einer sehr kurzen Biographie auf der Facebook-Seite immer noch kaum Lesbares im großen weiten Internet zu finden ist):



Sonntag, 15. März 2015

Torpus & The Art Directors



Frischer Wind aus Norden.

Zugegeben, ich kenne das erste Album der Band aus Niebüll (jetzt Hamburg) nicht, doch wenn es, wie im Promozettel vermerkt, stimmt, dass die Instrumentenanzahl auf "The Dawn Chorus" deutlich reduziert wurde, muss "From Lost Home To Hope" ziemlich überladen gewesen sein.Was allerdings auf dem neuen Album zu hören ist, ist vielfältiger, ausformulierter und in weiten Teilen sehr begeisternder Folkpop, der den Vergleich mit Genregrößen nicht scheuen muss. 

"The Dawn Chorus" ist zunächst einmal ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, wechseln sich doch schnelle und gerne auch euphorisierende Nummern mit ruhigen, behaglichen Lagerfeuerschunklern ab. Zu Beginn fahren die Musiker hier deutlich mehr Geschwindigkeit auf als im Mittelteil, welcher durch das langsam nach vorne stolpernde "Don't Gather Roses" bewußt eingebremst wird und gerade durch diese sehr amerikanisch wirkende Entschleunigung zu den besten Nummern gehört. Doch Torpus & The Art Directors sind vor allem dann besonders stark, wenn ihre Songs ein bisschen aus dem Ruder laufen. Hat der Opener "In Hushed Tones" noch diesen gemäßigt nach vorne treibenden Folkrhythmus der Indiefolk-Klasse der vergangenen Jahre, darf es auf Albumlänge auch mal ein wenig mehr in Richtung klassischer Americana wie im nach Admiral Fallow klingenden "Sleeping On The Backburner" gehen. Das sehr hübsche Trio aus "Water", "From Holding Your Hands" und "Poem For A Friend" bedient sich wiederum aus dem Folkbaukasten, ohne formelhaft zu sein, schließlich darf bei einem laut mitgesungen, beim anderen den vielfaltigen Hintergrundinstrumenten gelauscht und beim letzten wiederum durchaus mitgelitten werden. 

Jetzt tummeln sich auf "The Dawn Chorus" allerdings auch ein paar Füller, wie das nett dahinplätschernde "Mirror Mirror", dass textlich eben auch nur hübsch und adrett daher kommt und sich keine Kanten oder Ecken leisten möchte. "Two Hearts" mit seinem Bläser-Entree schubst sich zwar kurz vor Schluß noch einmal ins Rampenlicht, doch insgesamt fehlt den letzten Nummern so ein bisschen der Schwung der ersten halben Stunde, den auch das an Frank Turner erinnernde "Love It As It Comes" nur noch bedingt wieder aufholen kann.

Ein sehr ansehnlicher Frühlingsbote ist das zweite (bzw. dritte, wenn man das selbstvertriebene Debüt hinzuzählt) ) Album von Torpus & The Art Directors auf jeden Fall geworden, und wer das jetzt nicht glauben mag, kann sich davon entweder live überzeugen,

 07.04.         Lübeck         Blauer Engel    
08.04.         Rostock     Mau Club    
09.04.         Jena         Café Wagner    
10.04.         Dresden     Beatpol    
11.04.         Berlin         Privatclub    
13.04.         Aachen         Musikbunker    
14.04.         Köln         Blue Shell    
15.04.         Osnabrück     Kleine Freiheit    
16.04.         Essen         Zeche Carl    
17.04.         Ulm         Club Schilli    
18.04.         München     Milla    
19.04.         Freiburg     Waldsee
20.04.         Nürnberg     Club Stereo
22.04.         Hannover     Lux
23.04.         Hamburg     Grünspan
24.04.         Husum         Speicher    
25.04.         Bremen         Tower    
12.-13.6.     Dalhausen     T-Mania Festival

kauft sich das via Grand Hotel van Cleef erschienene Album oder hört zumindest mal den Ohrenöffner "Two Hearts" hier jetzt und direkt an:







Montag, 2. März 2015

Locas In Love




Nichts ist so wie es scheint.

Nach „Lemming“ und „Nein!“ hätte alles Mögliche passieren können. Locas In Love hätten sich auf ihren Lorbeeren ausruhen können und nach einiger Zeit so ein ganz schlichtes kleines Album mit weiteren 10-12 Songs aufnehmen können. Es hätten wieder diese feinen melodischen Momente werden können, die mal mehr mal weniger lakonisch, mal mehr mal weniger befindlich, mal mehr mal weniger nachdenklich sein hätten können.

Als nun aber „Use Your Illusion 3&4“ dieser Tage veröffentlicht wurde und schon bei der ersten Ankündigung klar wurde, das es sich dabei um ein lupenreines Doppelalbum handeln würde, schienen die Vorzeichen doch andere zu sein. Zunächst bleibt alles beim Alten. Die Stücke heißen „Wer weiß“, „Teenager“ und „Durch die Dunkelheit“ und erzählen von diesen kleinen alltäglichen Begebenheiten zwischen Dir und Mir, zwischen Hier und Jetzt und von Uns zu Euch. Dabei wird musikalisch, wie auch schon andernorts erwähnt, die Zitatemaschine angeworfen und ein funkelperlenschönes Amalgam ausgeworfen, dass seinen Charme im niedlich Unperfekten findet, seine Eingängigkeit in den wirbelnden Gitarren und sonstigen Instrumenten und beschaulichen Refrains und im wie immer fröhlichen zweistimmigen Refraingesang. Die Kölner gehen ihren Weg so konsequent wie nachvollziehbar weiter und klingen doch anders als auf den Vorgängerwerken. „Teile“ erzählt von Verlust und Gedankenverlorenheit, „Neue Sachen“ wiederum von Aufbruch und Wiederkehr. Deutlich abstrakter als zuletzt und doch gedanklich gegenständlich.

Zum Ende des ersten Teils nimmt die Melancholie überhand und schöpft die ohnehin schon starke Melodieseligkeit komplett aus. Wieder werden globale Themen in winzige Episoden zerhackt, mit Erinnerungen vermischt und zu einem zwingenden, aber nie allzu dringenden Gerüst verknüpft. Kein Wunder, dass im bereits kürzlich vorgestellten „Da Ist Ein Licht“ The Smiths zitiert werden, die in dieser Disziplin sicherlich immer noch die Meisterschaft innehaben.

Doch jetzt ist „Use Your Illusion 3&4“ ja nun mal ein Doppelalbum, dessen Brückenschlag vielleicht schon mit dem Abgesang „Grand Canyon (Wish You Were Here)“ eingeräumt wird, einem sonderbaren Field-Recording mit viel Natur im Vordergrund. Was danach folgt ist ein krautiges und instrumentales Experiment, das vor allem in den stillen Momenten funktioniert und die vier Kölner von einer gänzlich anderen Seite zeigt. Auch hier wird zitiert, erinnert und bezogen, jedoch in einem deutlich undurchsichtigen Rahmen, so dass den Stücken zwar eine gewisse Kunstfertigkeit attestiert werden kann, zuweilen fehlt aber der Extraschuß Würze und Wärme, der den erzählerischen Momenten der Band bislang immer zu Gute kam.

Sicher ist der zweite Teil, der sich auch von der Tracklist eher wie eine routenoptimale Planung durch die Kölner Innenstadt liest und wohl diverse Haltestellen der KVB bezeichnet, kein Fehlgriff, aber eben auch nicht wirklich der Weisheit letzter Schluß.

So bleibt „Use Your Illusion 3&4“ ein Wagnis, das es sich aber einzugehen lohnt. Wie sonst könnte der Albumtitel auch verstanden werden, denn auch ohne Text kann die langweiligste Illusion zur schönsten Imagination werden. 

Dienstag, 17. Februar 2015

My (monthly) Mixtape - 2015/2




Ohne Vehemenz geht’s nicht. Ein solch lauten Einstieg wie auf dem zweiten Mixtape des Jahres hatte ich lange nicht, doch konnte mich „Price Tag“ von den wiedererweckten Sleater-Kinney sehr überzeugen. Auch die nachfolgenden Stücke reihen sich nahtlos in die Empfehlungsliste ein, rufen sie doch ein buntes Genrepotpourri auf, das vom energischen Pop- und Post-Punk zu Anfang über waidwunde Folk- und Countrymelodien hin zu barocker Pracht und elegischer Klangfülle reicht. Vor allem den eher erdigen Tönen wird zudem im Mittelteil gehuldigt und wer bislang noch nichts vom neuen Father John Misty-Werk gehört hat, dem sei das erlesene „Bored In The USA“ das hier stellvertretend für das ganze Album "I Love You, Honeybear" herausgepickt wurde, noch einmal nachdrücklich ans Herz gelegt. Nun aber los und rein in die zwanzig Tracks, die in einiger Zeit auch wieder fein kompiliert beim Radio der von Neil Young Getöteten zu hören sein werden.

01. Sleater-Kinney - Price Tag
02. Hanni El Khatib - Melt Me
03. Viet Cong - Continental Shelf
04. Motorama - Impractical Advice
05. Lois - Before You
06. Tanya Tagaq - Fight
07. Murder By Death - I Shot An Arrow
08. Diagrams - Gentle Morning Song
09. The Waterboys - The Girl Who Slept for Scotland
10. Father John Misty - Bored In The USA
11. Danny Kroha - Walking Boss
12. Jake Xerxes Fussell - Push Boat
13. Punch Brothers - Julep
14. Matt Gresham - Whiskey
15. Bill Fay - The Geese Are Flying Westward
16. Alasdair Roberts - Artless One
17. Andrew Combs - Strange Bird
18. Jessica Pratt - Jacquelyn In The Background
19. Natalie Prass - It Is You
20. Prag - All die Narben

Der Ohrenöffner ist ausnahmsweise eine Live-Version, aber es ist eben "Bored In The USA"!: 

Montag, 16. Februar 2015

Lauschbilder: Locas In Love



"Denn immer wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her."

Vor kanpp drei Jahren zuletzt als Rubrik geführt, kehren die Lauschbilder zurück. Zwar dieses mal nur in Einzahl, aber eben auch in Überlänge. Den Grund dafür bieten Locas In Love, die am 20.02.2915 ihr neues Doppelalbum "Use Your Illusion 3&4" präsentieren. Dem stellen sie nämlich einen launigen Kurzfilm anhand, in dem in ungeordneter Reihenfolge z..B. The Smiths, Elton, Die Muppets und Wetten Dass??? so ihre Rollen zu spielen haben. "Da ist ein Licht" wird intoniert und verspricht so Einiges für das neue Album und schürt die Hoffnung, dass nach dem furiosen "Lemming" erneut eine Großtat zu erwarten ist. Auf Tour sind Locas In Love dann auch noch, zuerst als Begleitung von Die Türen spielen Der Mann, im Frühjahr dann auch im Alleingang. 

Und nun, Vorhang auf:


...und hier noch die Termine:

21. Februar 2015 Köln - Parallel Plattenladen (Release Party) & Filmhaus Kino (Benninale)
26. Februar 2015 Oberhausen – Druckluft (mit Die Türen spielen Der Mann)
27. Februar 2015 Köln – Gebäude 9 (mit Die Türen spielen Der Mann)
20. März 2015 Düsseldorf – Pitcher
21. März 2015 Stade – Hanse Song Festival
19. April 2015 München – Milla
20. April 2015 Berlin – Monarch
21. April 2015 Jena – Café Wagner
22. April 2015 Leipzig - tba
23. April 2015 Hamburg – Nachtasyl
24. April 2015 Frankfurt – Das Bett
25. April 2015 Dortmund - Sissikingkong


Donnerstag, 12. Februar 2015

Aufgemerkt: Mount Rushmore Safari



Mount Rushmore Safari drängen ans Licht. 2013 war „John Wayne“ ein kleiner Bänkelsänger-Hit, der sogar das März-Mixtape desselben Jahres eröffnen durfte. Jetzt sind die drei Dänen mit einer neuen, deutlich leichteren, aber nicht minder eingängigen Single zurück, die auch bereits ein wenig Lust auf das für September vorgesehene zweite Album „Songs For Ones Who Break“ macht. „River Of Light“ heißt der Song, der voll von indiepoppiger Harmonie ist und wie auch die vorangegangenen Werke deutlich von der warmen Stimmfarbe des Sängers Andreas Sorgenfrei lebt.

Live gibt es aktuell einen Termin am 28.2.2015 im Bang Bang Club in Berlin gemeinsam mit den ebenso empfehlenswerten The Broken Beats, zum Ohrenöffnen hier das aktuelle Video:


...und zum Erinnern das immer noch fabelhafte „John Wayne“ als Zugabe:

Mittwoch, 4. Februar 2015

Aufgemerkt: Jeff Beadle



Hoppla, das ging fix.

Noch im vergangenen Juli habe ich in meiner etwas umfangreicheren Americana-Bestandsaufnahme über den sympathischen kanadischen Singer-Songwriter Jeff Beadle und sein Debüt "The Huntings End" verfasst und ihm zwar weniger Americana, dafür aber umsomehr intimes und herzerweichendes Folkverständnis attestiert. Jetzt erscheint dieser Tage via Butterfly Collectors bereits sein Zweitling "Where Did We Get Lost" und als Vorgeschmack ein wunderbarer Aufmerker namens "How Calmly". Seine Stimme ist noch präsenter geworden, das Gitarrenpicking wärmer, die Atmosphäre intimer. Davon überzeugen kann man sich dann neben dem sicherlich wieder wunderbar ohrenschmeichelnden Album auch auf einer in meinen Augen ziemlich ausgedehnten Tour, die bereits gestern in Freiburg begonnen hat und sich noch bis Mitte März durch das ganze Land (und Österreich und die Schweiz) zieht, wie man dem Tourkalender entnehmen kann:

02.02.2015 - Freiburg - Cafe Atlantik
03.02.2015 - Duisburg - Steinbruch
04.02.2015 - Haldern - Haldern Pop Bar
05.02.2015 - Düsseldorf - Brause
06.02.2015 - Leipzig - Noch Besser Leben
07.02.2015 - Jena - Int. Zentrum
08.02.2015 - Lochwitz - Weidengrund
09.02.2015 - Münster - Pension Schmidt
10.02.2015 - Köln - Die Wohngemeinschaft
12.02.2015 - Dortmund - Subrosa
19.02.2015 - Bern (CH) Wartsaal
20.02.2015 - Nürnberg - Künstlerhaus (Supporting ‘Spain’)
21.02.2015 - Schorndorf - Manufaktur (Supporting ‘Spain’)
22.02.2015 - Wien (AT) - Chelsea (Supporting ‘Spain’)
23.02.2015 - Reutlingen - Franz K
24.02.2015 - Würzburg - Wunschlos Glücklich
25.02.2015 - Chemnitz - Emmas Onkel
26.02.2015 - Mönchengladbach - Kulturküche
27.02.2015 - Aachen - Raststätte
28.02.2015 - Offenbach (DE) - Hafen 2
01.03.2015 - Wien (AT) - Cafe Benno
02.03.2015 - Graz (AT) - Scherbe
07.03.2015 – Saarbrücken (DE) – Manufaktur d.s. Dinge
10.03.2015 – Bielefeld (DE) – Forum (Supporting 'Spain')

Und nun zum Schluß noch der angesprochene Ohrenöffner "How Calmly":




Dienstag, 27. Januar 2015

Im Schnelldurchlauf – Frauen an die Macht



Schon im vergangenen Jahr buhlten so einige Musikerinnen um die vorderen Plätze in des Bänkelsängers' Jahreshitparade und kaum ist das Jahr ein paar Tage hat, versammeln sich schon ein paar weitere Hochkaräter, um auch 2015 für Furore zu sorgen.

Gerade erst in der ersten „Aufgemerkt“-Rubrik angesprochen, punktet der chansoneske Indiepop mit Folkanmutung von Leonie singt durch seine Vielfältigkeit, erwärmen aktuell auch noch Jessica Pratt, Tanya Tagaq, Björk und Natalie Prass Herz und Seele.

Jessica Pratt und ihr zweites Album „On Your Own Love Again“ habe ich bereits vor kurzem auf AUFTOUREN ein paar Zeilen gewidmet, doch auch hier soll das zarte und trotzdem unfaßbar intime Werk nicht unerwähnt bleiben. Stimmlich an der Kante zwischen Joanna Newsom und Angel Olsen, durchzogenen von feingeistigem Folkgespinst und voller vorfrühlingshafter Wärme schafft es einen zeitlosen, fließenden Klang. Jeder Song schreit nach Liebe, ohne aufdringlich zu wirken, die Gitarre, gerne ein wenig am eigentlichen Akkord vorbei, zwingt zum Tagträumen. Ein erstaunliches Album, dass vor allem in seiner Gesamterscheinung wirkt und nicht von ungefähr ein beinahe historisches Klangbild nahebringt.

 

Natalie Prass wird ähnlich wie Jessica Pratt gerade als neuer Star am Songwriterhimmel gefeiert. Deutlich am souligen Folk eines Matthew E. White orientiert, schlenkert sich ihr selbstbetiteltes Debüt durch ein sehr amerkanisch anmutendes Songbook, das erst nach und nach seine Höhepunkte preis gibt. Streicher, die sich anmutig um die sanfte, helle Stimme der nun in Nashville lebenden Musikerin winden, dazu ein Hauch fragiler Bläser die Stücken wie dem fabelhaften „My Baby Don't Understand Me“ deutliche Eleganz verleihen und den Abschlußsong „It Is You“, der wahlweise Freudentränen oder Stoßseufzer gen Himmel schickt. 


Leben die ersten beiden Alben von eher sanften, eleganten Tönen, gehen Björk und Tanya Tagaq eher experimentierfreudie Wege. Die Isländerin verarbeitet auf ihrem nunmehr (je nach Zählweise) achten oder neunten Soloalbum "Vulnicura" ihre Trennung von Mathew Barney in epischen und lautmalerischen Bildern. Streicherkaskaden, elektronische Brüche, Gastvocals durch Antony Hegarty und die Zusammenarbeit mit Arca sowie The Haxan Cloak sorgen für ein dichtes Werk, dass in ihrem Gesamtkatalog zwar durch nahezu vollständige Refrainlosigekeit auffällt, aber gerade im ausufernden „Black Lake“ und dem fremdartigen „Notget“ so einnehmend wie lange nicht mehr war. Ein Triumph (nicht nur) des Herzens.

 

Vierte im Bunde ist die kanadische Inuk-Musikerin Tanya Tagaq, eine ehemalige Wegbegleiterin Björks, deren aktuelles Album „Animism“ gerade im vergangenen Jahr den Polaris Music Prize gewonnen hat. Auch diesem Album habe ich bereits eine AUFTOUREN-Rezension gewidmet und auch hier möchte ich ein paar Worte über dieses ungewöhnliche Werk verlieren. Wer Tagaq kennt, weiß dass sie den Kehlkopfgesang meisterhaft beherrscht und ihn auf „Animism“ fantastisch einsetzt. Ihre Songs erzählen von ökologischen Herausforderungen, von Mensch- und Tierwelt und erzeugen einzigartiges und poetisches Bild auf eine Welt im Wandel, ohne einen überheblich mahnenden Zeigefinger zu heben.