Passend zum am morgigen Montag stattfindenden ersten Halbfinale, bei dem "unsere Lena" zeigen darf, was sie sich zur Titelverteidigung ausgedacht hat, bzw. auf den Leib hat schneidern lassen, ist ein erster Blick auf einen möglichen Kandidaten und bei Überstehen der landeseigenen Qualifikation auch ernsthaften Konkurrenten sicherlich mehr als angebracht.
Die Rede ist von Axel Ehnström alias Paradise Oskar aus Finnland. Naiv und "unschuldig", ein Junge mit seiner Gitarre, ein Lied für die Welt, ein Hoffnung machender kleiner Appell, ein absolut würdiger ESC(Eurovision-Song-Contest)-Vertreter.
...und damit jetzt keine Missverständnisse, ob des verwunderlichen Beitrags entstehen, der Bänkelsänger ist bekennender und glühender ESC-Fan, und wird auh zum Hauptevent sicherlich wieder ausführlich berichten.
EDIT: und schwupps hatte der Bänkelsänger recht und Paradise Oskar kommt nach Düsseldorf! Ich freu mich drauf!
Sonntag, 30. Januar 2011
Mittwoch, 26. Januar 2011
Teitur
Aller guten Dinge sind vier...?
Das könnte schon ganz gut sein, zumindest wenn es nach dem aktuellen Album "Let The Dog Drive Home" Teitur Lassens geht. Wenn man nämlich dessen reguläre englischsprachige Studioalben zählt, kommt man auf diese Zahl, und irgendwie ist in diesem Fall auch ein wenig Wahrheit dran.
Hatte auf dem ersten Album "Poetry & Aeroplanes" noch behaglicher Folk und sanfter Pop das Szepter in der Hand, verschob sich das Erscheinungsbild auf dem Folgewerk "Stay Under The Stars" gewaltig Richtung Ambition und Anspruch, was man den manchmal anstregend vorgetragenen Liedgut auch anmerkte. Auf dem dritten schlicht "The Singer" betitelten Album wurde dann experimentiert, zu Folk, Pop und Songwriterkunst gesellte sich asketische Kunstfertigkeit, die in Rezitativen und nahezu a capella intonierten (Kunst-)Liedern gipfelte, die dennoch eingängig und warmherzig blieben.
"Let The Dog Drive Home" kombiniert so ein wenig die drei Alben, gewährt jeder Idee genügend Raum zur Entfaltung und hängt doch nicht vergangenen Zeiten nach. Pop ist dabei, "You Never Leave LA" als Paradebeispiel, mit ein bisschen Glück ein Kandidat für ein neues "Leaving On A Jetplane" für das 21. Jahrhundert. "Fly On The Wall", mit kraftvoll angeschlagenem Piano und schleichendem Schlagzeug schöpft dagegen eher aus ähnlichen Quellen wie Ed Harcourt, gerade wenn Teitur in kopfstimmennahe Bereiche vordringt, ähnelt er diesem sehr. Der Titeltrack hingegen soulrockt vor sich hin, um im Refrain zum Mitwippen einzuladen.
Ist also "Let The Dog Drive Home" schlichtweg die strategische Kombination verschiedenster Elemente seiner Vorgänger? Mitnichten! Allein mit dem nervösen "Stormy Weather", welches sich wie ein Boot im Sturm hin und her wirft, den verschleppten Walzern "Very Careless People" und "All I Remember From Last Night Was You" und dem vagabundierenden "Freight Train" schafft er genügend neue Räume und klammert sich nicht nur an seine bisherigen Stärken.
Es mag sein, dass Teitur die bleischwere Leichtigkeit, die "The Singer" auf hervorragende Weise auszeichnete, nicht hinübergerettet hat, sie weicht allerdings einer lichtdurchfluteten Dunkelheit, die ihm ausgesprochen gut zu Gesicht steht.
Kostprobe gefällig?:
Sonntag, 23. Januar 2011
Daniel Martin Moore
Wo Folk und Country sich Gute Nacht sagen, ist auch Gospel und Soul nicht weit.
Daniel Martin Moore hat das alles sehr verinnerlicht. Auf seinem mittlerweile dritten Album "In The Cool Of The Day" wandelt er auf Spuren amerikanischer Liedtradition und sucht sein Heil bei Klassikern und Neuinterpretationen altbekannter Klassikern.
Leicht und federnd sind die Arragements des Manns aus Kentucky geworden, Attribute die man sich einstweilen schwerlich bei doch eher gravitätisch daherkommenden Standards wie "Just A Closer Walk With Thee" vorstellen kann. Und doch! Moore schafft den Spagar und lässt auf vordergründig schwere Titel beschwingte Shuffle wie das frische und mitreißende "Up Above My Head" folgen. Hier gniedelt die Geige, der Fuss wippt beschwingt mit und Moores Stimme gleitet herrlich unaufgeregt dazwischen durch.
"In The Cool Of The Day" verleugnet zu keiner Zeit, dass viele seiner Bestandteile tief religiös und spirituell sind. Gerade in diesen Momenten lebt Moore auf und sorgt mit den feinen, wärmenden Melodien von "Softly And Tenderly" oder auch "O My Soul" für den behaglichen Schauer über Rücken und Arme. Es wäre vermessen, hier nicht vom Gefühl zu sprechen, was Daniel Martin Moore hier in seine Stimme legt, die an den wunderbaren Teitur erinnert. Die Instrumente brauchen in vielen Fällen nur das Bett bereiten, Moore webt sich wie in einen Kokon hinein, nimmt deren anheimelnde Stimmung auf, bricht manchmal aus, nur um sich dann noch tiefer in Melodieseligkeit zu versenken.
Wenn fast zum Schluss das feierliche, instrumentale "Lay Down Your Lonesome Burden" erklingt und sich wie ein sanfter Schleier über die letzte halbe Stunde legt, und ganz am Ende das traurige "Set Things Alright" den Abschied nahelegt, erwischt es einen ganz unvermittelt: Mr. Moore, das haben sie unglaublich schön gemacht.
Daniel Martin Moore hat das alles sehr verinnerlicht. Auf seinem mittlerweile dritten Album "In The Cool Of The Day" wandelt er auf Spuren amerikanischer Liedtradition und sucht sein Heil bei Klassikern und Neuinterpretationen altbekannter Klassikern.
Leicht und federnd sind die Arragements des Manns aus Kentucky geworden, Attribute die man sich einstweilen schwerlich bei doch eher gravitätisch daherkommenden Standards wie "Just A Closer Walk With Thee" vorstellen kann. Und doch! Moore schafft den Spagar und lässt auf vordergründig schwere Titel beschwingte Shuffle wie das frische und mitreißende "Up Above My Head" folgen. Hier gniedelt die Geige, der Fuss wippt beschwingt mit und Moores Stimme gleitet herrlich unaufgeregt dazwischen durch.
"In The Cool Of The Day" verleugnet zu keiner Zeit, dass viele seiner Bestandteile tief religiös und spirituell sind. Gerade in diesen Momenten lebt Moore auf und sorgt mit den feinen, wärmenden Melodien von "Softly And Tenderly" oder auch "O My Soul" für den behaglichen Schauer über Rücken und Arme. Es wäre vermessen, hier nicht vom Gefühl zu sprechen, was Daniel Martin Moore hier in seine Stimme legt, die an den wunderbaren Teitur erinnert. Die Instrumente brauchen in vielen Fällen nur das Bett bereiten, Moore webt sich wie in einen Kokon hinein, nimmt deren anheimelnde Stimmung auf, bricht manchmal aus, nur um sich dann noch tiefer in Melodieseligkeit zu versenken.
Wenn fast zum Schluss das feierliche, instrumentale "Lay Down Your Lonesome Burden" erklingt und sich wie ein sanfter Schleier über die letzte halbe Stunde legt, und ganz am Ende das traurige "Set Things Alright" den Abschied nahelegt, erwischt es einen ganz unvermittelt: Mr. Moore, das haben sie unglaublich schön gemacht.
Mittwoch, 19. Januar 2011
Aufgemerkt: The Mountain Goats und Chris Bathgate
Pünktlich zu zwei ziemlich guten, ich will nicht sagen fantastischen Neuigkeiten was die sowieso schon in Hülle und Fülle angekündigten Plattenveröffentlichungen für 2011 angeht, gibt es auf dem Bänkelsänger eine neue und von nun an hoffentlich mit reichhaltig gutem Inhalt gefüllte Kategorie und die heißt: Aufgemerkt!
Aufgemerkt wird, je nach Lage der Dinge, neuen ersten Appetitmachern kommender, vielversprechender Alben Raum einräumen, um so Vorfreude zu schüren und gleichzeitig auch einen ersten Einblick in das zu erwartende (Groß-)Ereignis werfen.
Zum Start gibt's gleich zwei Aufmerker, beide liebgewonnene alte Bekannte des Bänkelsängers, die sich anschicken, 2011 für neuen Hörgenuß zu sorgen.
Zum einen ist da Chris Bathgate aus Annan Water, Michigan, der seit seinem letzten "A Cork Tale Wake" betitelten Album uns ganze vier Jahre auf einen Nachfolger warten liess. Nun soll "Salt Year" im April das Licht der Welt erblicken, und wenn man sich "No Silver" als ersten Happen so zu Gemüte führt, muss man sich einfach freuen. Aufbrausend und dennoch von innerer Ruhe gekennzeichnet, mit markanter Stimme vorgetragen und pendelndem Banjo zum Höhepunkt gebracht, ein feines erstes Anzeichen, das die Vorfreude um so mehr schürt.
Anders John Darnielle von den Mountain Goats. Der hat erst im vorvergangenen Jahr sein letzes, von biblischen Zitaten geprägtes "The Life Of The World To Come" zu Gehör gebracht, eine ziemlich innige, teils auch nur mit Piano begleitete Platte, die auf einmal ganz fern der frühen, lyrisch anspruchsvollen, aber in feinster Homerecording-Manier entstandenen Werke steht. Und jetzt kommt ebenfalls im April neues Material. "All Eternals Deck" heißt das neue Album, der Appetizer "Damn These Vampires". Und schön ist er geworden, dieser erste, wieder ganz im Zwiegespräch von nasaler Stimme und minimaler, aber bestimmter Begleitung stehende Song, der von seinem Erscheinungsbild trotz neuer Kollaborationspartner schon wieder stark an die Alben der frühen 2000er angelehnt. Hier darf man sich einen Eindruck verschaffen.
Aufgemerkt wird, je nach Lage der Dinge, neuen ersten Appetitmachern kommender, vielversprechender Alben Raum einräumen, um so Vorfreude zu schüren und gleichzeitig auch einen ersten Einblick in das zu erwartende (Groß-)Ereignis werfen.
Zum Start gibt's gleich zwei Aufmerker, beide liebgewonnene alte Bekannte des Bänkelsängers, die sich anschicken, 2011 für neuen Hörgenuß zu sorgen.
Zum einen ist da Chris Bathgate aus Annan Water, Michigan, der seit seinem letzten "A Cork Tale Wake" betitelten Album uns ganze vier Jahre auf einen Nachfolger warten liess. Nun soll "Salt Year" im April das Licht der Welt erblicken, und wenn man sich "No Silver" als ersten Happen so zu Gemüte führt, muss man sich einfach freuen. Aufbrausend und dennoch von innerer Ruhe gekennzeichnet, mit markanter Stimme vorgetragen und pendelndem Banjo zum Höhepunkt gebracht, ein feines erstes Anzeichen, das die Vorfreude um so mehr schürt.
Anders John Darnielle von den Mountain Goats. Der hat erst im vorvergangenen Jahr sein letzes, von biblischen Zitaten geprägtes "The Life Of The World To Come" zu Gehör gebracht, eine ziemlich innige, teils auch nur mit Piano begleitete Platte, die auf einmal ganz fern der frühen, lyrisch anspruchsvollen, aber in feinster Homerecording-Manier entstandenen Werke steht. Und jetzt kommt ebenfalls im April neues Material. "All Eternals Deck" heißt das neue Album, der Appetizer "Damn These Vampires". Und schön ist er geworden, dieser erste, wieder ganz im Zwiegespräch von nasaler Stimme und minimaler, aber bestimmter Begleitung stehende Song, der von seinem Erscheinungsbild trotz neuer Kollaborationspartner schon wieder stark an die Alben der frühen 2000er angelehnt. Hier darf man sich einen Eindruck verschaffen.
Sonntag, 16. Januar 2011
The Decemberists
Nach fest kommt ab - oder wie man mit ein wenig weniger wenig mehr erreichen kann.
Es reicht trotzdem. Nachdem in den vergangenen Wochen sich nun doch schon einige (Online-)Magazine und deren Rezensenten dem aktuellen The Decemberists-Album "The King Is Dead" mal mehr mal weniger kritisch angenommen haben und es kein richtiges Geheimnis ist, das dem Bänkelsänger diese Truppe rund um den Mastermind Colin Meloy mehr als sympathisch ist, gibt hier auch noch mal Nachschlag.
Nachschlag ist auch eigentlich kein schlechtes Stichwort, den nach dem Vorgänger "The Hazards Of Love", auf dem die Musiker aus Portland die gesamte Musikgeschichte des Abend- und Morgenlandes in eine Art kunsthistorische Prog-Folk-Oper zu pressen, arwartete man von "The King Is Dead" vielleicht keine Wiederholung dessen, bestimmt aber eine ähnlich ambitionierte Platte. Mitnichten!
Manch einer könnte jetzt wieder, wie überall zu lesen, davon anfangen, dass sich The Decemberists hier, vermutlich durch den Gastmusiker Peter Buck beeinflusst, wie frühe R.E.M. anhören, dass sich die Gastsängerin Gillian Welch eher durch sanfte Zurückhaltung bemerkbar macht, als einen kontrastreichen Gegenpart zum kehligen Gesang Meloys beisteuert, oder auch das die Melodien im Vergleich zu den vorherigen Alben eher leicht und simpel zu durchschauen sind, dann würde man jedoch der Sache nicht gerecht werden.
Denn genau das mag herausgehört werden wollen, genau dass kann man aber auch einfach als stimmig in den Gesamtkontext des Albums eingefügte Kleinigkeiten hinnehmen und sich an den einfachen, aber auch so wunderbar frischen und für die Decembestists sicherlich auch neuen Melodien erfreuen. "Rox In A Box" mit seiner irischen Fröhlichkeit, die Vorabsingle "Down By The Water", ein herlich hin- und herjanglendes Countryjuwel oder das hymnenhafte "This Is Why We Fight", das einen der Höhepunkte des Albums bekleidet. Trotz der vordergründigen Schlichtheit offenbart "The King And I" gerade beim vierten oder fünften Nachfassen seine kostbarsten Momente. Wenn wie im Opener "Don't Carry It All" oder auch im ungestümen "Calamity Song" klingende amerikanische Tradition zu Gehör gebracht wird oder noch offensichtlicher, "June Hymn" mit Wohlklang und Wehmut in den Sommer eingestimmt wird.
Natürlich ist "The King Is Dead" nicht allein dadurch ein gutes Album geworden, es ist dadurch ein sehr gutes Album geworden, gerade weil es über den vermeintlich einfachen Zugang mehr Chancen als Ängste bereithält und sich dennoch nicht in Banalität oder Sperrigkeit verliert. Quod erat demonstrandum:
Es reicht trotzdem. Nachdem in den vergangenen Wochen sich nun doch schon einige (Online-)Magazine und deren Rezensenten dem aktuellen The Decemberists-Album "The King Is Dead" mal mehr mal weniger kritisch angenommen haben und es kein richtiges Geheimnis ist, das dem Bänkelsänger diese Truppe rund um den Mastermind Colin Meloy mehr als sympathisch ist, gibt hier auch noch mal Nachschlag.
Nachschlag ist auch eigentlich kein schlechtes Stichwort, den nach dem Vorgänger "The Hazards Of Love", auf dem die Musiker aus Portland die gesamte Musikgeschichte des Abend- und Morgenlandes in eine Art kunsthistorische Prog-Folk-Oper zu pressen, arwartete man von "The King Is Dead" vielleicht keine Wiederholung dessen, bestimmt aber eine ähnlich ambitionierte Platte. Mitnichten!
Manch einer könnte jetzt wieder, wie überall zu lesen, davon anfangen, dass sich The Decemberists hier, vermutlich durch den Gastmusiker Peter Buck beeinflusst, wie frühe R.E.M. anhören, dass sich die Gastsängerin Gillian Welch eher durch sanfte Zurückhaltung bemerkbar macht, als einen kontrastreichen Gegenpart zum kehligen Gesang Meloys beisteuert, oder auch das die Melodien im Vergleich zu den vorherigen Alben eher leicht und simpel zu durchschauen sind, dann würde man jedoch der Sache nicht gerecht werden.
Denn genau das mag herausgehört werden wollen, genau dass kann man aber auch einfach als stimmig in den Gesamtkontext des Albums eingefügte Kleinigkeiten hinnehmen und sich an den einfachen, aber auch so wunderbar frischen und für die Decembestists sicherlich auch neuen Melodien erfreuen. "Rox In A Box" mit seiner irischen Fröhlichkeit, die Vorabsingle "Down By The Water", ein herlich hin- und herjanglendes Countryjuwel oder das hymnenhafte "This Is Why We Fight", das einen der Höhepunkte des Albums bekleidet. Trotz der vordergründigen Schlichtheit offenbart "The King And I" gerade beim vierten oder fünften Nachfassen seine kostbarsten Momente. Wenn wie im Opener "Don't Carry It All" oder auch im ungestümen "Calamity Song" klingende amerikanische Tradition zu Gehör gebracht wird oder noch offensichtlicher, "June Hymn" mit Wohlklang und Wehmut in den Sommer eingestimmt wird.
Natürlich ist "The King Is Dead" nicht allein dadurch ein gutes Album geworden, es ist dadurch ein sehr gutes Album geworden, gerade weil es über den vermeintlich einfachen Zugang mehr Chancen als Ängste bereithält und sich dennoch nicht in Banalität oder Sperrigkeit verliert. Quod erat demonstrandum:
Samstag, 8. Januar 2011
James Vincent McMorrow
Irish Folk mal anders - mit ganz viel Soul in der Stimme.
Näher an Bon Iver war lange keiner mehr. Bon Iver? Ja richtig, Justin Vernon aus Kanada hatte vor zwei bzw. drei Jahren sein Debut "For Emma, Forever Ago" zu Gehör gebracht, noch die ein oder andere EP bzw. Kompilationsmitarbeit vorzuweisen, aber ein weiteres Solo-Album ist weiterhin noch nicht in Sicht.
Gut, dass es also James Vincent McMorrow gibt. Er sieht nicht nur ähnlich aus, nein, seine Stimmfarbe, die schunkelnde Gitarrenbegleitung und die seelenvollen, warmen Harmonien wirken fast wie eine Blaupause. Er ist allerdings Ire, hat jedoch mit den stampftanzenden Folkvarianten, die man zwangsläufig mit Irland in Verbindung bringt, herzlich wenig am Hut.
Sein Debut "Early In The Morning" ist in seiner Heimat Dublin bereit seit dem letzten Frühjahr in aller Munde, nun soll der Rest der Welt verzaubert werden. Nimmt man nur den Opener "IF I Had A Boat" als Beispiel, schmilzt man schneller dahin, als der in den letzten Tagen zumindest hier im hiesigen Münster rasend schnell gewichene Schnee vor der Sonne. Aber nicht nur die barmenden, melancholischen Töne erreichen bei McMorrow den Hörer direkt, auch das kräftig von amerikanischem Alt.-Country beeinflusste "Breaking Hearts" weiß mit gefälliger Spielweise zu überzeugen. Während "The Old Dark Machine" abgesehen von der herausragenden Stimme und den euphorischen Backgroundvocals angenehm bodenständig wirken, zittert sich McMorrow wie eine Schleichkatze durch "Follow You Down To The Red Oak Tree", behutsam und sacht lässt er sich von Gitarre und verhaltenem Schlagwerk den Weg entlang führen.Das Wechselspiel zwischen laut und leise, zwischen Gefühl und Ausbruch auch innerhalb der einzelnen Songs machen "Early In The Morning" zu einem geschlossenen Werk, das sich keine wirklichen Ausrutscher leistet. Selbst wenn manchmal arg viel Gefühlsduseligkeit in die Lieder hineininterpretiert werden kann, bleiben Grundstimmung und Ausrichtung doch eher hoffnungsfroh den zutodebetrübt.
Weil es das Highlight des Albums und vor allem weil es einfach ein wundertolles Lied ist, gibt's als Zugabe "If I Had A Boat" als Lektürebegleiter:
Näher an Bon Iver war lange keiner mehr. Bon Iver? Ja richtig, Justin Vernon aus Kanada hatte vor zwei bzw. drei Jahren sein Debut "For Emma, Forever Ago" zu Gehör gebracht, noch die ein oder andere EP bzw. Kompilationsmitarbeit vorzuweisen, aber ein weiteres Solo-Album ist weiterhin noch nicht in Sicht.
Gut, dass es also James Vincent McMorrow gibt. Er sieht nicht nur ähnlich aus, nein, seine Stimmfarbe, die schunkelnde Gitarrenbegleitung und die seelenvollen, warmen Harmonien wirken fast wie eine Blaupause. Er ist allerdings Ire, hat jedoch mit den stampftanzenden Folkvarianten, die man zwangsläufig mit Irland in Verbindung bringt, herzlich wenig am Hut.
Sein Debut "Early In The Morning" ist in seiner Heimat Dublin bereit seit dem letzten Frühjahr in aller Munde, nun soll der Rest der Welt verzaubert werden. Nimmt man nur den Opener "IF I Had A Boat" als Beispiel, schmilzt man schneller dahin, als der in den letzten Tagen zumindest hier im hiesigen Münster rasend schnell gewichene Schnee vor der Sonne. Aber nicht nur die barmenden, melancholischen Töne erreichen bei McMorrow den Hörer direkt, auch das kräftig von amerikanischem Alt.-Country beeinflusste "Breaking Hearts" weiß mit gefälliger Spielweise zu überzeugen. Während "The Old Dark Machine" abgesehen von der herausragenden Stimme und den euphorischen Backgroundvocals angenehm bodenständig wirken, zittert sich McMorrow wie eine Schleichkatze durch "Follow You Down To The Red Oak Tree", behutsam und sacht lässt er sich von Gitarre und verhaltenem Schlagwerk den Weg entlang führen.Das Wechselspiel zwischen laut und leise, zwischen Gefühl und Ausbruch auch innerhalb der einzelnen Songs machen "Early In The Morning" zu einem geschlossenen Werk, das sich keine wirklichen Ausrutscher leistet. Selbst wenn manchmal arg viel Gefühlsduseligkeit in die Lieder hineininterpretiert werden kann, bleiben Grundstimmung und Ausrichtung doch eher hoffnungsfroh den zutodebetrübt.
Weil es das Highlight des Albums und vor allem weil es einfach ein wundertolles Lied ist, gibt's als Zugabe "If I Had A Boat" als Lektürebegleiter:
Freitag, 7. Januar 2011
Hits von gestern: Morphine - The Night
Lange keinen "Hit Von Gestern" zum Besten gegeben, oder? Dafür gibt's jetzt einen nächtlichen Morgengruß, der zwar erst 10 Jahre oder so auf dem Buckel hat, von dem ich auch nicht wirklich weiß, ob er jemals ein Hit war, aber kennen sollte man den auf jeden Fall.
Morphines "The Night" ist so entspannt und cool, dass es einem schier das Herz zerreissen möchte und daher plädiere ich jetzt einfach mal für mehr bratzendes Saxophon in lässigen Jazzpopnummern:
Morphine - The Night - MyVideo
Morphines "The Night" ist so entspannt und cool, dass es einem schier das Herz zerreissen möchte und daher plädiere ich jetzt einfach mal für mehr bratzendes Saxophon in lässigen Jazzpopnummern:
Morphine - The Night - MyVideo
Mittwoch, 5. Januar 2011
My monthly Mixtape: Januar
Eins, zwei, drei, im Sauseschritt...man kennt das ja. Schwupps ist es 2011 geworden und der Bäneklsänger wünscht erst einmal ein frohes und vor allem musikalisch erquickliches neues Jahr.
Ein Anfang ist gemacht, die ersten 4einhalb Tage liegen schon hinter uns, und manch einer kann es kaum erwarten, sich mit den mit Spannung erwarteten Veröffentlichungen für dieses Jahr zu befassen. Es ist auch wieder Mixtape-Zeit und vielleicht findet der ein oder andere ja hier auch wieder einige spannende und aufregende Neuentdeckungen. Für den Januar habe ich jedenfalls einige schmählich vergessene Perlen ins Programm genommen, ein bisschen was Aktuelles ist auch dabei, vor allem aber ist das Tape wieder einmal quietschbunt und tolldreist geworden. Man höre und staune:
01. Altar Eagle - Battlegrounds
02. Autre Ne Veut - Drama Cum Drama
03. Twin Shadow - Castles in the Snow
04. Baths - Aminals
05. James Blake - Limit To Your Love
06. Jamie Woon - Wayfaring Stranger
07. Perfume Genius - Mr. Peterson
08. James Vincent McMorrow - If I Had a Boat
09. Eleanor Murray - Street To Ride
10. Nathaniel Rateliff - Once In A Great While
11. Tyler Stenson - Great Man's Funeral
12. Giant Sand - Fields Of Green
13. The Pleasants - Wounded Man
14. The Builders and the Butchers - Black Elevator
15. The Green Apple Sea - Downward Spiral
16. I Am Oak - On Trees And Birds And Fire
17. Syd Matters - River Sister
18. Tu Fawning - The Felt Sense
Wie immer gibt es sicherlich auch in Kürze wieder das entsprechende Programm auf dem tollsten Online-Radio der Welt www.drdvnyg.de und wer ist bis dahin nicht abwarten kann, nehme einstweilen mit dem fabelhaften James Blake vorlieb:
Ein Anfang ist gemacht, die ersten 4einhalb Tage liegen schon hinter uns, und manch einer kann es kaum erwarten, sich mit den mit Spannung erwarteten Veröffentlichungen für dieses Jahr zu befassen. Es ist auch wieder Mixtape-Zeit und vielleicht findet der ein oder andere ja hier auch wieder einige spannende und aufregende Neuentdeckungen. Für den Januar habe ich jedenfalls einige schmählich vergessene Perlen ins Programm genommen, ein bisschen was Aktuelles ist auch dabei, vor allem aber ist das Tape wieder einmal quietschbunt und tolldreist geworden. Man höre und staune:
01. Altar Eagle - Battlegrounds
02. Autre Ne Veut - Drama Cum Drama
03. Twin Shadow - Castles in the Snow
04. Baths - Aminals
05. James Blake - Limit To Your Love
06. Jamie Woon - Wayfaring Stranger
07. Perfume Genius - Mr. Peterson
08. James Vincent McMorrow - If I Had a Boat
09. Eleanor Murray - Street To Ride
10. Nathaniel Rateliff - Once In A Great While
11. Tyler Stenson - Great Man's Funeral
12. Giant Sand - Fields Of Green
13. The Pleasants - Wounded Man
14. The Builders and the Butchers - Black Elevator
15. The Green Apple Sea - Downward Spiral
16. I Am Oak - On Trees And Birds And Fire
17. Syd Matters - River Sister
18. Tu Fawning - The Felt Sense
Wie immer gibt es sicherlich auch in Kürze wieder das entsprechende Programm auf dem tollsten Online-Radio der Welt www.drdvnyg.de und wer ist bis dahin nicht abwarten kann, nehme einstweilen mit dem fabelhaften James Blake vorlieb:
Freitag, 31. Dezember 2010
Hitparade - Die Songs des Jahrzehnts
Am letzten Tag des Jahres gibt es noch mal Listenwahnsinn. Wieder einmal ist eine www.plattentests.de-Aktion Schuld daran. Anfang des Jahres ging es um die Alben des vergangenen Jahrzehnts, heute sind die Songs dran. Auch hier ist es nur eine Momentaufnahme, ein kurzer Augenblick, aber dennoch sind vor allem in den Top 10 Songs vertreten, die mich meistens schon seit Erscheinen in Verzückung, Aufregung oder aber auch den Wahnsinn getrieben haben. Ich wünsche wie immer viel Spaß bei Lektüre und audiovisuellem Genuß und wünsche auf diesem Wege all meinen in diesem Jahr zahlreich gewordenen Lesern einen fulminanten Rutsch ins neue Jahr und viele spannende musikalische Entdeckungen für 2011.
01 Rocky Votolato - Suicide Medicine
02 The Mountain Goats - Up The Wolves
03 Shearwater - Rooks
04 The Decemberists - Eli, The Barrowboy
05 Vic Chesnutt - Coward
06 Morrissey - First Of The Gang To Die
07 Arcade Fire - Intervention
08 Patrick Wolf - The Libertine
09 Morrissey - Irish Blood, English Heart
10 DeVotchKa - How It Ends
11 Ed Harcourt - Rain On The Pretty Ones
12 David Ford - Go To Hell
13 The Decemberists - The Infanta
14 The White Stripes - Hotel Yorba
15 Anywhen - The Siren Songs
16 The White Stripes - Little Ghost
17 Mumford & Sons - White Blank Page
18 Arcade Fire - Neighborhood #3 (Power Out)
19 Björk - Hidden Place
20 Rocky Votolato - Automatic Rifle
21 DM Stith - Fire Of Birds
22 Nick Cave & The Bad Seeds - Fifteen Feet Of Pure White Snow
23 Seth Lakeman - Lady Of The Sea
24 The Decemberists - The Mariner's Revenge Song
25 The Mountain Goats - Maybe Sprout Wings
26 Patrick Wolf - The Childcatcher
27 Teitur - The Singer
28 A Whisper In The Noise - Havoc
29 The Decemberists - We Both Go Down Together
30 The Divine Comedy - A Lady Of A Certain Age
31 Patrick Wolf - Damaris
32 Tom McCrae - Bright Lights
33 The Veils - Under The Folding Branches
34 Jens Lekman - Friday Night At The Drive-In-Bingo
35 Johnny Cash - Hurt
36 Chris Bathgate - Serpentine
37 The Decemberists - The Chimbley Sweep
38 James - White Boy
39 Pascal Finkenauer - Unter Grund
40 Joanna Newsom - Emily
41 Bon Iver - Flume
42 Phillip Boa & The Voodooclub - Punch & Judy Club
43 Morrissey - Don't Make Fun Of Daddy's Voice
44 Jacob Golden - Out Come The Wolves
45 The National - Start A War
46 Fleet Foxes - Oliver James
47 Arcade Fire - Rebellion Lies
48 Kettcar - Balu
49 The Dresden Dolls - Sing
50 The Felice Brothers - Frankies Gun!
51 The National - Fake Empire
52 Tocotronic - Explosion
53 Einstürzende Neubauten - Nagorny Karabach
54 The Killers - Andy, You're A Star
55 The Mountain Goats - Moon Over Goldsboro
56 The New Pornographers - Entering White Cecilia
57 Portishead - Machine Gun
58 Shearwater - The Snow Leopard
59 Raphael - Caravane
60 The Decemberists - We Both Go Down Together
61 Silver Jews - Aloysius, Bluegrass Drummer
62 The White Stripes - Fell In Love With A Girl
63 Sufjan Stevens - Chicago
64 Vampire Weekend - Oxford Comma
65 Sons & Daughters - Gilt Complex
66 Bill Callahan - Rococo Zephyr
67 Klez.E - Madonna
68 My Morning Jacket - Gideon
69 Nick Cave & The Bad Seeds - As I Sat Sadly By Her Side
70 James - Hey Ma
71 The Hidden Cameras - Mississauga Goddamn
72 Einstürzende Neubauten - Sabrina
73 The Divine Comedy - The Happy Goth
74 Pulp - The Night That Minnie Timperley Died
75 Editors - All Sparks
76 Interpol - Evil
77 Sufjan Stevens - Decatur
78 Björk - Mouth's Cradle
79 I Am Kloot - No Fear Of Falling
80 Damien Rice - The Blower's Daughter
81 The Decemberists - July, July
82 The Knife - Marble House
83 Johnny Cash - I See A Darkness
84 Morrissey - That's How People Grow Up
85 Björk - Oceania
86 Teitur - Sleeping With The Lights On
87 Phillip Boa & The Voodooclub - Burn All The Flags
88 Among The Oak & Ash - Hiram Hubbard
89 Zac Brown Band - Toes
90 The White Stripes - Conquest
91 Damien Rice - Delicate
92 Seachange - Anti-Story
93 Patrick Wolf - Bluebells
94 Beirut - Elephant Gun
95 Goldfrapp - Utopia
96 Morphine - The Night
97 The Mountain Goats - Dance Music
98 The View - The Don
99 Architecture In Helsinki - The Cemetary
100 Black Box Recorder - British Racing Green
Puh, 100 sind 'ne Menge aber eingentlich auch wieder nicht, wenn man bedenkt, was ich eigentlich noch alles so hinzufügen hätte können. So sehen sie jedenfalls aus, die meiner Meinung nach besten Songs im Zeitraum vom 1.1.2000 bis zum 31.12.2009.
01 Rocky Votolato - Suicide Medicine
02 The Mountain Goats - Up The Wolves
03 Shearwater - Rooks
04 The Decemberists - Eli, The Barrowboy
05 Vic Chesnutt - Coward
06 Morrissey - First Of The Gang To Die
07 Arcade Fire - Intervention
08 Patrick Wolf - The Libertine
09 Morrissey - Irish Blood, English Heart
10 DeVotchKa - How It Ends
11 Ed Harcourt - Rain On The Pretty Ones
12 David Ford - Go To Hell
13 The Decemberists - The Infanta
14 The White Stripes - Hotel Yorba
15 Anywhen - The Siren Songs
16 The White Stripes - Little Ghost
17 Mumford & Sons - White Blank Page
18 Arcade Fire - Neighborhood #3 (Power Out)
19 Björk - Hidden Place
20 Rocky Votolato - Automatic Rifle
21 DM Stith - Fire Of Birds
22 Nick Cave & The Bad Seeds - Fifteen Feet Of Pure White Snow
23 Seth Lakeman - Lady Of The Sea
24 The Decemberists - The Mariner's Revenge Song
25 The Mountain Goats - Maybe Sprout Wings
26 Patrick Wolf - The Childcatcher
27 Teitur - The Singer
28 A Whisper In The Noise - Havoc
29 The Decemberists - We Both Go Down Together
30 The Divine Comedy - A Lady Of A Certain Age
31 Patrick Wolf - Damaris
32 Tom McCrae - Bright Lights
33 The Veils - Under The Folding Branches
34 Jens Lekman - Friday Night At The Drive-In-Bingo
35 Johnny Cash - Hurt
36 Chris Bathgate - Serpentine
37 The Decemberists - The Chimbley Sweep
38 James - White Boy
39 Pascal Finkenauer - Unter Grund
40 Joanna Newsom - Emily
41 Bon Iver - Flume
42 Phillip Boa & The Voodooclub - Punch & Judy Club
43 Morrissey - Don't Make Fun Of Daddy's Voice
44 Jacob Golden - Out Come The Wolves
45 The National - Start A War
46 Fleet Foxes - Oliver James
47 Arcade Fire - Rebellion Lies
48 Kettcar - Balu
49 The Dresden Dolls - Sing
50 The Felice Brothers - Frankies Gun!
51 The National - Fake Empire
52 Tocotronic - Explosion
53 Einstürzende Neubauten - Nagorny Karabach
54 The Killers - Andy, You're A Star
55 The Mountain Goats - Moon Over Goldsboro
56 The New Pornographers - Entering White Cecilia
57 Portishead - Machine Gun
58 Shearwater - The Snow Leopard
59 Raphael - Caravane
60 The Decemberists - We Both Go Down Together
61 Silver Jews - Aloysius, Bluegrass Drummer
62 The White Stripes - Fell In Love With A Girl
63 Sufjan Stevens - Chicago
64 Vampire Weekend - Oxford Comma
65 Sons & Daughters - Gilt Complex
66 Bill Callahan - Rococo Zephyr
67 Klez.E - Madonna
68 My Morning Jacket - Gideon
69 Nick Cave & The Bad Seeds - As I Sat Sadly By Her Side
70 James - Hey Ma
71 The Hidden Cameras - Mississauga Goddamn
72 Einstürzende Neubauten - Sabrina
73 The Divine Comedy - The Happy Goth
74 Pulp - The Night That Minnie Timperley Died
75 Editors - All Sparks
76 Interpol - Evil
77 Sufjan Stevens - Decatur
78 Björk - Mouth's Cradle
79 I Am Kloot - No Fear Of Falling
80 Damien Rice - The Blower's Daughter
81 The Decemberists - July, July
82 The Knife - Marble House
83 Johnny Cash - I See A Darkness
84 Morrissey - That's How People Grow Up
85 Björk - Oceania
86 Teitur - Sleeping With The Lights On
87 Phillip Boa & The Voodooclub - Burn All The Flags
88 Among The Oak & Ash - Hiram Hubbard
89 Zac Brown Band - Toes
90 The White Stripes - Conquest
91 Damien Rice - Delicate
92 Seachange - Anti-Story
93 Patrick Wolf - Bluebells
94 Beirut - Elephant Gun
95 Goldfrapp - Utopia
96 Morphine - The Night
97 The Mountain Goats - Dance Music
98 The View - The Don
99 Architecture In Helsinki - The Cemetary
100 Black Box Recorder - British Racing Green
Puh, 100 sind 'ne Menge aber eingentlich auch wieder nicht, wenn man bedenkt, was ich eigentlich noch alles so hinzufügen hätte können. So sehen sie jedenfalls aus, die meiner Meinung nach besten Songs im Zeitraum vom 1.1.2000 bis zum 31.12.2009.
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Hitparade - Und sonst?
Man mag es kaum für möglich halten, doch neben den vielen bereits in den einzelnen Kurzrezensionen und Vorstellungen erwähnten Künstlern hat sich der Bänkelsänger auch teils abseits der gewohnten Folkpfade umgehört. Klar hätten jetzt hier auch die in vielerlei Publikationen meist zurecht hochgelobten "neuen" Elektronik-, (Post)-Dubstep und Bedroom-Pop/Rock oder Glo-Fi (tolle neue Schublade) stattfinden können, ich finde allerdings, dass es noch ein paar andere spannende Publikationen wert wären, eine Rolle zu spielen. Und so sind hier 33 Alben des vergangenen Jahres versammelt, die vor allem eins gemeinsam haben: sie sind schon richtig toll.
Klar sind auch hier wieder die Folker und Songwriter im Vordergrund, so hat mich zum Beispiel die verquere Stimmfarbe Nathaniel Rateliffs schon sehr verzaubert uind auch das an konventionellen Brit-Folk angelehnte "Lucy And The Wolves" von Martha Tilston ist sehr unterhaltsam und abwechslungsreich. Eher klassisch kommt dann der Prince Of Assyria daher, ähnlich den luftig-lockeren Arragements von The Mountains & The Trees, die jedoch auch mit Melancholie punkten können. Das wäre dann das Stichwort für Lucas Renney und den unter dem Bandnamen "Villagers" auftretenden Conor J. O'Brien. Ebenso berüherend, wenn doch näher am amerikanischen Folk sind die Vatican Cellars und die wunderbare Karen Elson, bei deren Debut man schon das ein oder andere Mal die Handschrift des Gatten Jack White erkennt. Bei Frauenstimmen fällt mir dann wiederum Kyrie Kristmanson ein, ihre Varianten jazziger und chansonesker Songwriterkunst haben mich gerade in den letzten Wochen das ein oder andere Mal verzückt. Neben diesen doch eher folkorientierten Alben dürfen aber auch weitere Spielarten wie zum Beispiel Bluegrass und den damit hier vertretenen Trampled By Turtles nicht vergessen werden. Psychedelischer wird's mit den Ganglians, intimer und verstiegener mit Julian Lynch und seinem sonderbaren "Mare". Etwas aus deutschen Landen gefällig? The Green Apple Sea bieten hier mit Northern Sky, Southern Sky fabelhafte Abhilfe. Traditionelle Klassiker und aufregende Coverversionen: fragen sie mal bei Tom Brosseau und Angela Correa von Les Shelleys nach. Straubtrockener Outlaw-Country mit Mumford & Sons-Appeal wird hingegen von Danny & The Champions Of The World zum Besten gegeben, wer den klassischen Singer/Songwriter mit Bodenhaftung bevorzugt, greife zu Philip Selways Solodebut "Familial". Ätherischer Bluesfolk wäre dann noch Angelegenheit von Will Stratton, eine jazzig-cabareteske Variation bieten Paul Wallfisch und seine Band Botanica. Ach so, eine Harmonie- und A Capella-Variante fehlt noch: I Am Oak hatte da 2010 was in petto.
Ob das jetzt streng genommen alles Folk oder Folkverwandetes ist, mag dahin gestellt sein, sicher ist nur: die Künstler und ihre aktuellen Alben sind allesamt mehr als empfehlenswert.
Verlassen wir aber nun die heimischen Gefilde und sehen uns noch ein wenig im Grenzgebiet um: Auch hier hat sich 2010 ein heerer Reigen in mein Herz gespielt, Newcomer, alte Hasen und Wiedergänger inklusive.
Zu Beginn empfehle ich das mir sicherlich nicht zwingend zugetraute aktuelle Agalloch-Album (welches ich weiland mit respektablen 80% bei AUFTOUREN bewertet habe). Dann die artverwandeten, jedoch mehr dem flächigen und shoegazernderen Metal zugeneigten Les Discrets, die meine eigentlichen Lieblineg auf diesem Gebiet um Längen geschlagen haben. Wive muss ich auch noch erwähnen, schließlich sind die ja quasi die "A Whisper In The Noise"-Nachfolgeband. Bleiben wir bei eher instrumentalen Auswüchsen muss auch noch auf das junge "Baths" betitelte Projekt Will Wiesenfelds hingewiesen werden, dass unter den vielen guten elektronischen Veröffentlichungen meiner Meinung nach erheblich herausragt. Nehmen wir hier noch die Berlinerin Zazie von einem anderen Stern und ihre watteweich ausgekleideten Fieldrecordings, die breit und verwaschen klingenden Altar Eagle vom erstklassigen Type-Label (bei denen ich auich schon den fabelhaften Richard Skelton entdeckt habe) und die Freak-Folker von Kyu hinzu, hat man einen herrlich spinnerten Rahmen, der sich sicherlich auch als Mixtape für den Lazy Sunday eignet. Und den man dann mit einem Glas Rotwein und den seidigen Klängen Peter Brodericks ausklingen lassen kann. Zum Schluß dann noch ein wenig Pop!?! Allerdings nicht ganz der konventionellen Machart: Syd Matters variiert munter Folk- und Pop-Versatzstücke zu einem opulenten Kunstwerk, Jonas Johnson und sein Projekt Bedroom Eyes stehen ihm da in nichts nach. Perfume Genius wiederum geht die Pop-Sache spleeniger und spröder aber nicht minder fazinierend an, und an der Opulenz und Verve eines Rufus Wainwright mag man ja nun wirklich zu keiner Zeit zweifeln.
Beschließen wir den Reigen nun mit Tu Fawning, dessen Debut in weiten Teilen der Welt bereits veröffentlicht ist, der deutsche VÖ-Termin jedoch mit dem 7.1. 2011 auch Gott sei Dank nicht mehr weit entfernt ist. Ich sag mal nur: Gospel-Folk-Pop-Bedroom-Rock-Irgendwas mit solcher Eleganz uzd Wärme, das das draußen langsam einsetzende Tauwetter mit Sicherheit nicht von ungefähr kommt.
Klar sind auch hier wieder die Folker und Songwriter im Vordergrund, so hat mich zum Beispiel die verquere Stimmfarbe Nathaniel Rateliffs schon sehr verzaubert uind auch das an konventionellen Brit-Folk angelehnte "Lucy And The Wolves" von Martha Tilston ist sehr unterhaltsam und abwechslungsreich. Eher klassisch kommt dann der Prince Of Assyria daher, ähnlich den luftig-lockeren Arragements von The Mountains & The Trees, die jedoch auch mit Melancholie punkten können. Das wäre dann das Stichwort für Lucas Renney und den unter dem Bandnamen "Villagers" auftretenden Conor J. O'Brien. Ebenso berüherend, wenn doch näher am amerikanischen Folk sind die Vatican Cellars und die wunderbare Karen Elson, bei deren Debut man schon das ein oder andere Mal die Handschrift des Gatten Jack White erkennt. Bei Frauenstimmen fällt mir dann wiederum Kyrie Kristmanson ein, ihre Varianten jazziger und chansonesker Songwriterkunst haben mich gerade in den letzten Wochen das ein oder andere Mal verzückt. Neben diesen doch eher folkorientierten Alben dürfen aber auch weitere Spielarten wie zum Beispiel Bluegrass und den damit hier vertretenen Trampled By Turtles nicht vergessen werden. Psychedelischer wird's mit den Ganglians, intimer und verstiegener mit Julian Lynch und seinem sonderbaren "Mare". Etwas aus deutschen Landen gefällig? The Green Apple Sea bieten hier mit Northern Sky, Southern Sky fabelhafte Abhilfe. Traditionelle Klassiker und aufregende Coverversionen: fragen sie mal bei Tom Brosseau und Angela Correa von Les Shelleys nach. Straubtrockener Outlaw-Country mit Mumford & Sons-Appeal wird hingegen von Danny & The Champions Of The World zum Besten gegeben, wer den klassischen Singer/Songwriter mit Bodenhaftung bevorzugt, greife zu Philip Selways Solodebut "Familial". Ätherischer Bluesfolk wäre dann noch Angelegenheit von Will Stratton, eine jazzig-cabareteske Variation bieten Paul Wallfisch und seine Band Botanica. Ach so, eine Harmonie- und A Capella-Variante fehlt noch: I Am Oak hatte da 2010 was in petto.
Ob das jetzt streng genommen alles Folk oder Folkverwandetes ist, mag dahin gestellt sein, sicher ist nur: die Künstler und ihre aktuellen Alben sind allesamt mehr als empfehlenswert.
Verlassen wir aber nun die heimischen Gefilde und sehen uns noch ein wenig im Grenzgebiet um: Auch hier hat sich 2010 ein heerer Reigen in mein Herz gespielt, Newcomer, alte Hasen und Wiedergänger inklusive.
Zu Beginn empfehle ich das mir sicherlich nicht zwingend zugetraute aktuelle Agalloch-Album (welches ich weiland mit respektablen 80% bei AUFTOUREN bewertet habe). Dann die artverwandeten, jedoch mehr dem flächigen und shoegazernderen Metal zugeneigten Les Discrets, die meine eigentlichen Lieblineg auf diesem Gebiet um Längen geschlagen haben. Wive muss ich auch noch erwähnen, schließlich sind die ja quasi die "A Whisper In The Noise"-Nachfolgeband. Bleiben wir bei eher instrumentalen Auswüchsen muss auch noch auf das junge "Baths" betitelte Projekt Will Wiesenfelds hingewiesen werden, dass unter den vielen guten elektronischen Veröffentlichungen meiner Meinung nach erheblich herausragt. Nehmen wir hier noch die Berlinerin Zazie von einem anderen Stern und ihre watteweich ausgekleideten Fieldrecordings, die breit und verwaschen klingenden Altar Eagle vom erstklassigen Type-Label (bei denen ich auich schon den fabelhaften Richard Skelton entdeckt habe) und die Freak-Folker von Kyu hinzu, hat man einen herrlich spinnerten Rahmen, der sich sicherlich auch als Mixtape für den Lazy Sunday eignet. Und den man dann mit einem Glas Rotwein und den seidigen Klängen Peter Brodericks ausklingen lassen kann. Zum Schluß dann noch ein wenig Pop!?! Allerdings nicht ganz der konventionellen Machart: Syd Matters variiert munter Folk- und Pop-Versatzstücke zu einem opulenten Kunstwerk, Jonas Johnson und sein Projekt Bedroom Eyes stehen ihm da in nichts nach. Perfume Genius wiederum geht die Pop-Sache spleeniger und spröder aber nicht minder fazinierend an, und an der Opulenz und Verve eines Rufus Wainwright mag man ja nun wirklich zu keiner Zeit zweifeln.
Beschließen wir den Reigen nun mit Tu Fawning, dessen Debut in weiten Teilen der Welt bereits veröffentlicht ist, der deutsche VÖ-Termin jedoch mit dem 7.1. 2011 auch Gott sei Dank nicht mehr weit entfernt ist. Ich sag mal nur: Gospel-Folk-Pop-Bedroom-Rock-Irgendwas mit solcher Eleganz uzd Wärme, das das draußen langsam einsetzende Tauwetter mit Sicherheit nicht von ungefähr kommt.
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